ASSASSIN´S CREED Review Deutsch

ASSASSIN´S CREED Review Deutsch

ASSASSIN´S CREED Review Filmfreak.org

ASSASSIN´S CREED Review

Was Computerspiel-Verfilmungen angeht gibt es bisher immer noch ein starkes Ungleichgewicht, bei der die qualitativ schlechten Adaptionen deutlich überwiegen. Justin Kurzel´s Verfilmung vom gleichnamigen Spiele-Klassiker schafft es zwar nicht das zu ändern, ist jedoch durchaus anständig umgesetzt. Michael Fassbender spielt einen entfernten Nachfahren eines Assassin. Einem Mitglied einer Gilde von Mördern die im frühen Mittelalter gegen den Templerorden Krieg führten und die sich seit Jahrhunderten gegenseitig bekriegen. Mittels neuester Technik die genetischen Erinnerungen von Vorfahren wachrufen kann, macht sich eine Gruppe Black-Op Forscher aus dem Umfeld der Templer daran, den heiligen Apfel von Eden aufzuspüren. Diesem Relikt wohnt unvorstellbare Macht inne und in den richtigen Händen könnte man damit durchaus viel Gutes tun.  Leider kommt es wie es kommen musste und die heilige Handgranate wird nicht für das Gute sondern als Waffe benutzt, so dass das Credo/Creed alles daran setzt den Appel wieder in die Hände zu bekommen und den Templern in den Arsch zu treten.

Ich bin kein Gamer und habe auch kein Problem damit das hier gleich voranzustellen. Ein guter Film schafft es sowohl die Gamer als auch die nicht kundigen Zuschauer in seinen Bann zu ziehen. So zumindest die Theorie. Zwar war mir das Spiel ASSASSIN`S CREED durchaus bekannt, doch habe ich mit bisher noch nicht mit der Handlung oder dem Gameplay beschäftigt. Zu großen Teilen basiert die Handlung vom ASSASSIN`S CREED Film auf den Geschehnissen im Spiel, weshalb eingefleischte Gamer die schon Tage damit verbracht haben die Spiele zu spielen  dem Film wahrscheinlich mehr abgewinnen können als einem neutralen Reviewer wie mir. Mir persönlich hat ASSASSIN`S CREED eigentlich noch ganz gut gefallen, wenn auch ich die Handlung an vielen Stellen für unglaubwürdig oder schlecht erklärt halte. Vielleicht auch, weil der Film ein bestimmtes Vorwissen voraussetzt, was beim Normal-Zuschauer einfach nicht da ist. Und das ist dann auch irgendwie die Schuld vom Regisseur und den Drehbuchautoren.
Fast fühlt es sich so an, als wären wichtige Handlungsstränge im Film weggefallen, um einen schnittigeren Film abliefern zu können und das Ganze schadet der Charakterisierung der Figuren. Nichts wirkt lebensecht und alle Charaktere der Handlung sind dem Zuschauer manchmal einfach nicht wichtig genug um ein emotionales Verhältnis aufzubauen, weil ihre Charakterisierung im Film nicht richtig oder nur schlampig vorgenommen wird. Vor allem in der Einleitung der Handlung wirkt ASSASSIN`S CREED schlecht geschrieben und in vielen Szenen hatte ich Probleme richtig in den Film hineinzufinden. Stilistisch war ASSASSIN`S CREED jederzeit sehr schön anzusehen und mir hat der Film von der Optik her genauso, wenn nicht sogar besser gefallen als Justin Kurzel´s MACBETH. Anders als bei manch anderen Game-Verfilmungen, sieht man bei ASSASSIN`S CREED auch wirklich dass es sich hierbei um die Verfilmung eines Video Spiels handelt. Die Kamerafahrten sind zum Teil denen im Spiel nachempfunden und ich bin sicher dass Fans der Reihe keine Probleme haben werden sich in die Optik hineinzufinden. Manchmal sieht es sogar zu sehr nach einer Zwischensequenz aus einem Spiel aus, was den Film ab und an ein bisschen billig aussehen lässt. Das ist nicht immer der Fall, aber wenn die normalen Bewegungsabläufe irgendwie gerendert aussehen dann wirkt das für mich als Filmfan irgenwie merkwürdig. Nicht schlecht, nur merkwürdig. Zwar verstehe ich den Fan-Service den die Macher hier mit dieser Technik ansprechen möchten, doch wenn ich ein Game sehen möchte dann gehe ich nicht ins Kino.

Schauspielerisch gibt es Licht und Schatten. Wie immer ist Michael Fassbender ein solider Rückhalt und mimt die Hauptrolle mit absoluter Kontrolle und Selbstverständlichkeit. Die Nebenrollen waren zu größten Teilen jedoch langweilig und un-inspiriert.  Marion Cotillard wiederholt  ihren Part aus THE DARK KNIGHT RISES, kann jedoch nicht wirklich überzeugen. Jeremy Irons ist gut, kann aber dem eher süffigen Drehbuch nicht viel abgewinnen. Aus einer Orange kann auch der beste Entsafter keinen Tomatensaft machen. Insgesamt fehlt es an guten Szenen, obwohl es jederzeit eine schöne Optik zu bestaunen gibt. Apropos schöne Optik; die in Würde gealterte Charlotte Rampling ist in einer kleinen Nebenrolle zu sehen, was erfrischend aber leider nur am Rande von Bedeutung ist.

Mein Gesamtfazit zu meinem ASSASSIN`S CREED Review ist gespalten, denn eigentlich hat mir der Film teilweise gut gefallen. Er ist kurzweilig, obwohl ich manchmal auch wirklich keinen Plan hatte was gerade auf der Leinwand passiert ist. Die Handlung ist wirr, hat jedoch aufgrund der interessanten Grundidee einen gewissen Charme. Ich fühlte mich wie in einem Mittelalter Remake von THE MATRIX, das eine kleine Crossover Party mit SEASON OF THE WITCH feiert, bei der jemand heimlich Stechapfel in die Bowle geschmuggelt hat, während mir Marilyn Manson wild in die Menge kotzt und dann per Salto rückwärts schreiend aus dem Fenster springt. Getreu dem Motto “Es lebe das Credo”! ASSASSIN`S CREED war also ein bisschen wie das letzte Feuerwerk an Silvester. Laut, bunt und trotz durchgezechter Nacht ist alles leider wohl auch wieder schnell vergessen…spätestens sobald man am 2. Januar morgens um halb acht mit dem zugefrorenen Auto auf die Arbeit fahren muss. Fans der Spiele-Reihe werden von ASSASSIN`S CREED sicherlich besser unterhalten werden als der normale Zuschauer der einfach mit der Omma ins Kino geht um einen guten Film zu sehen. Der Film schafft es nicht wirklich für cineastische Momente zu sorgen, so dass ich in meinem ASSASSIN´S CREED Review trotz guter Handwerksleistung des Produktionsteams nicht 100% zufrieden bin. Ich mag den visuellen Stil von Regisseur Justin Kurzel, bin jedoch nach MACBETH jetzt auch wieder zum zweiten Mal enttäuscht von seinen Storytelling Fähigkeiten. Der Mann hat visuelles Talent, konnte mich bisher aber noch nicht mit einem wirklich runden Film überzeugen.
Über Michael Fassbender brauche ich wohl nicht viel zu sagen, denn der gute Michel ist momentan einer der mit Abstand besten Schauspieler in Hollywood. ASSASSIN`S CREED ist der perfekte Film für Hardcore Gamer die von ihrem Therapeuten gedrängt werden nochmal das Haus zu verlassen und unter Menschen zu gehen. Stellenweise fühlt man sich wie in einem LET`S PLAY Video auf einem Youtube Channel. Das kann man mögen, muss man aber nicht.

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