Filmfreak: Über die Oscars 2016! KILL THE MEME!

Filmfreak: Über die Oscars 2016! KILL THE MEME! 

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Hi Leute, die 88. Oscar-Verleihung ist vorüber und es wird Zeit ein bisschen Revue passieren zu lassen über die Dinge die sich gestern bzw. eher heute morgen zugetragen haben.

Steven Gätjen ist nicht mehr bei Pro Sieben, weswegen dieses Mal Annemarie Carpendale (vormals Warnkross) die Moderation des Schaulaufens auf dem roten Teppich moderierte. Und ich kann mich nicht erinnern wann ich mich das letzte Mal so fremdgeschämt habe. Ich möchte mich hier auch nicht verbal auf die Moderatorin einschießen. Sie ist einfach vom Typ und ihren Englischkenntnissen nicht geeignet so eine Veranstaltung zu tragen. Am tränen-treibendsten fand ich den Moment in der Frau Carpendale den Inhalt von Danny Boyle´s Film STEVE JOBS kurz und knapp damit umschrieben hat das es sich “alles um Iphones” drehen würde. So manches Mal hatte ich fast schon ein Wenig Mitleid und wollte einfach nur noch im Boden versinken. Ich freue mich schon jetzt auf einen Zusammenschnitt der grausamsten Szenen ihrer Moderation. Ich war eigentlich immer eher neutral gegenüber Steven Gätjen eingestellt, doch heute Nacht habe ich ihn wirklich schmerzlichst vermisst. Dann könnte ich mir dann sogar noch eher Kai Ebel in seinen roten Krokodil-Cowboystiefeln am roten Teppich vorstellen. Aber der reitet wohl gerade irgendwo mit nacktem Oberkörper auf einem Bären.

Als gebürtiger Niederwürzbacher möchte ich auch unbedingt Bernhard Hennrich zu seiner Nominierung für das Beste Bühnenbild gratulieren, mit dem ich vor knapp fünf Jahren noch im Biergarten mal ein Weizenbier gezischt habe. Hennrich war für mich persönlich einer der Sympathieträger bei der Red Carpet Veranstaltung und es hat mich gefreut meinen ursprünglichen Herkunftsort mal bei den Oscars gesehen zu haben. Zwar hatte er mit seinem Bühnenbild zu Spielbergs BRIDGE OF SPIES keine Chance gegen den abgefahrenen MAD MAX: FURY ROAD; aber manchmal ist man schon Gewinner wenn man nominiert wird.

Leider hat Sylvester Stallone NICHT den Oscar für die Beste Nebenrolle gewonnen, doch Mark Rylance für BRIDGE OF SPIES war keinesfalls eine schlechte Wahl. Ich fand seine Rolle zwar ein wenig zu klein für einen Oscar, aber Qualität steht nun mal über Quantität. Deswegen auch hier herzlichen Glückwunsch zum Oscar. Obwohl ich eher für Sly die Daumen gedrückt habe, dessen Kopf inzwischen so verunstaltet aussieht dass man jeden Moment damit rechnet dass ihm die Backen explodieren.

In der BESTER SCHAUSPIELER Kategorie hat Leondardo Di Caprio endlich seinen Fluch überwunden und die in den letzten Jahren so überstrapazierte Meme endlich zur Hölle geschickt. Leos Rolle war gut, aber es war halt auch irgendwie ein Oscar-Köder und ich bin jetzt mal gespannt was für Rollen sich Di Caprio in Zukunft aussuchen wird. Denn jetzt ist der Druck weg und er kann nochmal einfach die Filme drehen, die ihm Spaß machen. Ich persönlich hätte mich auch wirklich gefreut wenn er einfach nur “ABOUT FUCKING TIME!!!!” gesagt hätte, anstatt eine Lange Rede über die Eingeborenen zu halten. Nichts gegen umweltkritische Kommentare und Reden zum Zwecke der Völkerverbundenheit. Aber ich fand es ein wenig “Too much”. Mir fällt dazu nur die geniale TWO AND A HALF MEN Folge ein in der Charlie´s Gegenspieler SAVE THE ORPHANS bei der Preisverleihung trällert.

Ist Euch übrigens aufgefallen dass bei Leo´s Rede diesmal keine Musik gekommen ist um ihn wegen Zeit-überziehung von der Bühne zu scheuchen? Ich glaube die Produzenten hatten sich bereits auf den Moment eingerichtet und wollten Leo genug Zeit geben seine Rede auszukosten. Schließlich hatte Leo ja inzwischen bestimmt genug Reden für 3 Oscar-Verleihungen geschrieben und hatte deswegen auch einiges zu sagen. Andererseits finde ich die Angewohnheit mit der eingespielten Musik bei Leuten die zu lange reden einfach nur das Letzte. Viele der Preisträger werden wohl nie wieder in ihrem Leben einen Oscar gewinnen und sollten dann wenigstens die Chance bekommen ihren ganzen Ommas und Oppas zu danken.

Der Preis für den BESTEN FILM war für mich eine sehr große Überraschung. Ich war zwar begeistert von dem Journalismus-Drama SPOTLIGHT aber hätte es nie erwartet dass die Academy das so einschätzt. Von mir gibt es auf jeden Fall eine Menge Respekt an die Academy für diese Entscheidung. Auch die Preise für die BESTE SCHAUSPIELERIN in Haupt- und Nebenrollen gingen voll in Ordnung. ROOM hat mich absolut gefesselt und war für mich auch einer der stärksten Filme.

Der Preis für die Kamera-Arbeit/Cinematography ging zum dritten Mal in Folge an den beliebten Emmanuel Lubezki. Und das auch absolut zu Recht. Mir war das schon klar als ich die Eröffnungsszene von THE REVENANT gesehen habe und der Mann ist auch einfach der momentan beste Kameramann.

Bei den Animationsfilmen war INSIDE OUT der Gewinner des Abends. In meinen Augen auch absolut gerechtfertigt. Das wirklich originelle Konzept des Films hat mich absolut begeistert und ich würde ihn am liebsten gleich nochmal schauen. Ansonsten habe ich kürzlich noch WHEN MARNIE WAS THERE gesehen, der mir aber eher nicht gefallen hat. Trotzdem war es nett den Abschiedsfilm von STUDIO GHIBLI auf der Nominiertenliste zu sehen.

MAD MAD: FURY ROAD hat einige Oscars abgeräumt, aber hauptsächlich in weniger wichtigen Kategorien. Doch die Oscars für Schnitt und Ton-Schnitt gingen auch hier absolut in Ordnung. Ich hatte im Vorfeld noch leise Hoffnungen gehegt dass FURY ROAD vielleicht doch noch bei dem Preis für den BESTEN FILM irgendwie vorne mit dabei ist aber es hat leider nicht gereicht. Trotzdem möchte ich hier nochmal meinen Respekt für George Miller zum Ausdruck bringen, der nach seiner langen Auszeit ein unglaubliches Comeback gefeiert hat.

Der Preis für den BESTEN SCORE (SOUNDTRACK) geht dieses Mal an Altmeister Ennio Morricone. Der hatte nämlich für Tarantinos THE HATEFUL EIGHT einen Soundtrack komponiert, der auch einzelne & nicht benutzte Stücke aus dem Score von Carpenters DAS DING AUS EINER ANDEREN WELT enthielt. Angesichts dessen dass Morricone bisher noch KEINEN OSCAR gewonnen hat, ging das absolut klar.

Die Drehbuch Oscars gingen an das Drehbuch zu THE BIG SHORT und SPOTLIGHT…Beide auch absolut verdient. Was mich am meisten gefreut hat war, dass Alex Garland´s EX MACHINA den Oscar für BEST VISUAL EFFECTS gewonnen hat. Ich fand den Film genial und ich will mehr Sachen von dem Regisseur sehen.

Bei den weiblichen Darstellern ging der Hauprollen-Preis an BRIE LARSON für ROOM. Der Preis für die BESTE WEIBLICHE NEBENROLLE ging hingegen an Alicia Vikander, die in THE DANISH GIRL eine sau-gute Performance hingelegt hat. Zwar war mir der Film zu strange, doch fand ich ihre Rolle auch sehr gut.

Last but not least möchte ich noch darauf zu sprechen kommen dass Alejandro G. Iñárritu mal wieder den Oscar für die BESTE REGIE gewonnen hat…und das auch wieder absolut zu Recht. Das Duo Iñárritu & Kameramann Lubezki ist im Moment wirklich nicht zu stoppen und ich freue mich richtig über die drei Oscars in Folge!

Ja, das waren für mich so die Höhepunkte des Abends. Heidi Klum sah in ihrem Kleid aus wie eine laufende Gardinenstange auf die ne Katze gekotzt hat und sie hatte wohl auch keinen Bock zu Frau Carpendale vor die Kamera zu kommen. Eigentlich kann man ihr das absolut nicht verübeln und die Tatsache dass ihr GNTM Jury-Kollege Michael Michalsky ihren Look dann auch noch so toll fand spricht wirklich Bände und entbehrt jedes Kommentars. Ich fand jedenfalls dass ich zeitweise das Gefühl hatte bei SHOPPING QUEEN oder einer Show über Gala-Kleider gelandet zu sein. Am Anfang kann man sowas ja noch kurz tolerieren aber nach knapp zwanzig Minuten ging mir das Modegelaber schon gewaltig auf den Sack.

In diesem Sinne…Filmfreak sagt Tschüß und wird sich jetzt die Ohren mit Lauge ausspülen um das schreckliche Denglisch von der Anmoderation aus meinem Gehirn zu bekommen! So long!

Foto Credit: SIEBBI

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