OSCARS 2015 – Ein Rückblick auf die diesjährige Oscar-Verleihung, Gewinner und Nominierte!

OSCARS 2015 – Ein Rückblick auf die diesjährige Oscar-Verleihung, Gewinner und Nominierte!

Nun denn, so schnell ist wieder mal ein Jahr vorbei; genauso wie die diesjährige Oscar-Verleihung. Deshalb möchten wir hier einen kleinen Rückblick auf die Geschehnisse des Abends werfen.

Der große Gewinner des Abends dürfte BIRDMAN sein, der in den sogenannten “wichtigen” Kategorien wie BESTER FILM und BESTE REGIE den Sieg davon getragen hat. Aber dazu später mehr. Außerdem zu erwähnen ist der Überraschungserfolg WHIPLASH, der immerhin drei der Trophäen für sich verbuchen konnte. WHISPLASH erzählt die Geschichte eines jungen Nachwuchsdrummers, der unter den Gängeleien seines nach Perfektion strebenden “Lehrers” zu leiden hat. Die Rolle des Lehrers wurde genial von JK Simmons verkörpert, der mit dem Oscar für die beste männliche Nebenrolle ausgezeichnet wurde. Leider hat sich Pro Sieben bei der Verleihung eines großen Fauxpas erlaubt und durch technische Schierigkeiten diese Kategorie nicht gesendet. Als die Verleihung zu Ende war, habe ich mich stirnrunzelnd gefragt warum denn dieses Jahr der Nebenrollen-Oscar ausgefallen war und konnte erst nach langem Suchen ein Statement dazu finden. Ich war was das angeht nicht wirklich zufrieden, denn JK Simmons Rede galt im Nachhinein als einer der Besten und ich habe ein bißchen die Schnauze voll davon dass ich bei allen möglichen Sachen Einschränkungen hinnehmen muss. Ich sage dazu nur YOUTUBE und Ländersperren.

Na ja, die Moderation hat dieses Jahr HOW I MET YOUR MOTHER Star Neil Patrick Harris übernommen, was jedoch eher unspektakulär abgelaufen ist. Ein Artikel einer Onlinezeitschrift ging sogar so weit vom schlechtesten Oscar Präsentator der letzten 20 Jahre zu sprechen, was ich AUF GAR KEINEN FALL teilen kann. Harris´Moderation war okay aber bei weitem nicht so witzig wie die von Ellen Degeneres. Trotzdem war Neil Patrick Harris absolut souverän und nicht der Totalausfall als den man es jetzt im Endeffekt hinstellt.

Der deutsche Wim Wenders ging mit seinem Dokumentarfilm DAS SALZ DER ERDE leider leer aus. Jedoch hat er bei mir durch sein sehr sympatisches Interview auf dem Red Carpet wirklich an Respekt gewonnen. Ich hätte es ihm gegönnt; jedoch ging der Sieg letzten Endes an CITIZENFOUR. Dieser handelt von Edward Snowden und hat wohl auch wegen des bristanten Themas sehr viel Aufmerksamkeit bekommen.

Auch das teilweise deutsch-produzierte Gesamtkunstwerk THE GRAND BUDAPEST HOTEL von Kult-Regisseur Wes Anderson konnte einige Preise einheimsen; leider aber allesamt nicht in den ganz wichtigen Kategorien. Jedoch hatte der Film dieses Jahr den besten Style und hat deswegen auch in Kategorien wie MAKE-UP, BESTES SZENENBILD und KOSTÜMDESIGN mit deutlichem Abstand gewonnen. Mit DIE ENTDECKUNG DER UNENDLICHKEIT und THE IMITATION GAME gab es jedoch auch starke Konkurrenten, denen man es ebenso gegönnt hätte. Das GRAND BUDAPEST HOTEL war halt nur einfach zu stark!

BESTER SCHNITT ging an WHIPLASH und das auch absolut zu recht. Obwohl ich mit dem Film als absolut unmusikalisches Individium nicht wirklich viel damit anfangen kann, muss man dem tollen Schnitt und den starken schauspielerischen Leistungen einfach Respekt zollen.

BESTE FILMMUSIK ging ebenso an THE GRAND BUDAPEST HOTEL, wobei dieses Jahr eine starke Konkurrenz in den Startlöchern lag. Ich möchte hier nur an Hans Zimmers pumpenden Soundtrack zu INTERSTELLAR erinnern, der in meinen Augen auch sehr stark war. Es hat aber gegen das BUDAPEST HOTEL einfach nicht gereicht.

BESTER FILMSONG wurde GLORY, der sehr mitreißend von John Legend und dem Rapper Common präsentiert wurde. Der Song ist im Soundtrack zu dem Anti-Rassismus Drama SELMA enthalten und viele Leute im Publikum fingen augrund der sehr bewegenden Präsentation an zu weinen. John Legend ist wirklich momentan eine Nummer für sich und mir hat sein Auftritt sehr gut gefallen. Leider ging der Song zum LEGO Film EVERYTHING IS AWESOME ebenso leer aus wie GRATEFUL aus BEYOND THE LIGHTS.

BESTER TON ging wiederrum an WHIPLASH, was ja in Anbetracht der Tatsache dass es sich um einen Musikfilm handelt wenig überraschend ist. Es gab jedoch auch andere Filme wie zb. AMERICAN SNIPER, die einen sehr guten Ton hatten. Wenn wir gerade von AMERICAN SNIPER reden. Der bekam NATÜRLICH den Oscar für den BESTEN TONSCHNITT, denn da war die Arbeit von Alan Robert Murray und Bub Asman wirklich erstklassig.

BESTE VISUELLE EFFEKTE ging an INTERSTELLAR; und ich habe mich persönlich gefreut dass der Film nicht gänzlich leer ausging. Ich denke GUARDIANS OF THE GALAXY war in dieser Kategorie einer der stärksten Konkurrenten aber letzten Endes hat´s halt nicht gereicht.

Die Auszeichnung in der Kateogorie BESTE KAMERA ging an Emmanuel Lubezki für BIRDMAN und wenn man dabei an die herausragenden Kamerafahrten um Michael Keaton herum denkt ist das auch gut so gewesen.

Der beste Fremdsprachige Film ist IDA aus Polen, der  von der doppelten Reise der jungen Novizin Anna zu ihrer Vergangenheit und durch das Polen der 1960er Jahre erzählt.

Persönlich habe ich mich am meisten über die Auszeichnung des genial aufspielenden Eddie Redmayne in DIE ENTDECKUNG DER UNENDLICHKEIT gefreut, denn er hatte die Rolle dieses Jahr einfach am meisten verdient. Nicht dass die anderen Schauspieler, unter anderem am meisten Michael Keaton, nicht gut waren aber jeder der den Film gesehen hat dürfte mir eigentlich zustimmen. Im Vorfeld wurde ich stark kritisiert weil ich Redmayne ganz klar als Gewinner gesehen habe und ich nehme seinen Sieg deswegen auch ein bißchen mit Genugtuung auf. Nichtsdestotrotz war ich wirklich traurig dass dieses Jahr Michael Keaton seinen Oscar für seine tolle Leistung in BIRDMAN nicht bekommen hat. In jedem anderen Jahr hätte er wahrscheinlich gewonnen aber gegen Redmaynes Darstellung des unter ALS leidenden Stephen Hawking war dieses Jahr kein Kraut gewachsen.

Zum Trost für BIRDMAN hatte dieser aber die Auszeichnung für BESTER FILM, BESTE REGIE und BESTES ORIGINAL DREHBUCH gewonnen. Und wie bereits erwähnt zurecht, denn der Streifen der sozusagen in einem Take abgedreht ist, war eine regisseurische Meisterleistung und das muss man erstmal zu abdrehen.

Das BESTE ADAPTIERTE DREHBUCH war Graham Moores Drehbuch zu THE IMITATION GAME, das auf einem Buch über den homosexuellen Mathematiker Alan Turing basiert, der unter der prüden amerikanischen Gesellschaft der Nachkriegszeit trotz seiner Genialität und der Tatsache dass er einen großen Einfluss auf den Sieg der Aliierten im zweiten Weltkrieg hatte, aufgrund seiner Homosexualtität in den Selbstmord getrieben wurde.

BESTER ANIMATIONSFILM wurde BIG HERO 6, oder wie er bei uns aufgrund einer wahnwitzigen Marketing-Entscheidung Baymax – Riesiges Robowabohu genannt wurde.

Die weiblichen Schauspiel-Oscars gingen an Patricia Arquette für ihre tolle Darstellung in BOYHOOD in der Nebenrollen-Kategorie und Julianne Moore für STILL ALICE bei den weiblichen Hauptrollen.

Insgesamt also ein gelungenes Oscar-Jahr mit vielen Titeln die sehr nah beieinander lagen. Ich hatte im Vorfeld wirklich starke Probleme mich auf einen Titel bei BESTER FILM und BESTE REGIE festzulegen, weil alle Filme auf ihre eigene Weise gelungen waren. Das wird auch dadurch unterstrichen dass alle acht Filme die für den BESTEN FILM nominiert wurden auch alle mindestens einen Oscar gewannen.

Negativ aufgefallen ist mir ein riesiger Spoiler von GONE GIRL, der den Zuschauern in einem der Spots gegen die Hirse geschleudert wurde. Ich bin froh dass ich den Film schon kannte; sonst wäre mich da wirklich der Spaß vergangen.

Die emotionalste Ankündigung hat TERENCE HOWARD hingelegt und am sympathischsten war die Rede des polnischen Regisseurs von IDA, der sozusagen von der Bühne getragen werden musste. Ich werde nie verstehen dass man den Leuten die gerade den wichtigsten Filmpreis der Branche gewonnen haben nicht ein paar Sekunden mehr Zeit geben kann um all denen zu danken die sie an diesen Punkt in ihrem Leben gebracht haben.

Die Nomminierten!

Bester Film

  • American Sniper
  • Birdman oder (The Unexpected Virtue of Ignorance)
  • Boyhood
  • The Grand Budapest Hotel
  • The Imitation Game
  • Selma
  • Die Entdeckung der Unendlichkeit (The Theory of Everything)
  • Whiplash

Bester Schauspieler (Hauptrolle)

  • Steve Carell (Foxcatcher)
  • Bradley Cooper (American Sniper)
  • Benedict Cumberbatch (The Imitation Game)
  • Michael Keaton (Birdman)
  • Eddie Redmayne (Die Entdeckung der Unendlichkeit)

Beste Schauspielerin (Hauptrolle)

  • Marion Cotillard (Two Days, One Night)
  • Felicity Jones, (Die Entdeckung der Unendlichkeit)
  • Julianne Moore (Still Alice)
  • Rosamund Pike (Gone Girl)
  • Reese Witherspoon (Wild)

Bester Schauspieler (Nebenrolle)

  • Robert Duvalli (The Judge)
  • Ethan Hawke(Boyhood)
  • Edward Norton(Birdman)
  • Mark Ruffalo (Foxcatcher)
  • J.K. Simmons (Whiplash)

Beste Schauspielerin (Nebenrolle)

  • Patricia Arquette (Boyhood)
  • Laura Dern(Wild)
  • Keira Knightley(The Imitation Game)
  • Emma Stone(Birdman)
  • Meryl Streep (Into the Woods)

Bester Animationsfilm

  • Big Hero 6 (Don Hall, Chris Williams und Roy Conli)
  • The Boxtrolls (Anthony Stacchi, Graham Annable und Travis Knight)
  • How to Train Your Dragon 2 (Dean DeBlois und Bonnie Arnold)
  • Song of the Sea (Tomm Moore und Paul Young)
  • The Tale of the Princess Kaguya (Isao Takahata und Yoshiaki Nishimura)

Beste Regie

  • Alejandro G. Iñárritu(Birdman)
  • Richard Linklater(Boyhood)
  • Bennett Miller (Foxcatcher)
  • Wes Anderson(The Grand Budapest Hotel)
  • Morten Tyldum(The Imitation Game)

Bester Dokumentarfilm

  • CitizenFour (Laura Poitras, Mathilde Bonnefoy und Dirk Wilutzky)
  • Finding Vivian Maier (John Maloof und Charlie Siskel)
  • Last Days in Vietnam (Rory Kennedy und Keven McAlesterl)
  • Das Salz der Erde (Wim Wenders, Juliano Ribeiro Salgado und David Rosier)
  • Virunga(Orlando von Einsiedel und Joanna Natasegara)

Bester Ausländischer Film

  • Ida(Polen)
  • Leviathan (Russland)
  • Tangerines (Estland)
  • Timbuktu (Mauritanien)
  • Wild Tales (Argentinien)

Bestes adaptiertes Drehbuch

  • American Sniper (Jason Hall)
  • The Imitation Game (Graham Moore)
  • Inherent Vice (Paul Thomas Anderson)
  • Die Entdeckung der Unendlichkeit (Anthony McCarten)
  • Whiplash (Damien Chazelle)

Best Original Screenplay

  • Birdman oder (The Unexpected Virtue of Ignorance) (Alejandro G. Iñárritu, Nicolás Giacobone, Alexander Dinelaris, Jr. & Armando Bo)
  • Boyhood (Richard Linklater)
  • Foxcatcher (E. Max Frye und Dan Futterman)
  • The Grand Budapest Hotel (Wes Anderson)
  • Nightcrawler(Dan Gilroy)

Filmfreak.org - Newsletter

Schreibt Euch für den Newsletter ein um News per Email und Links zu interessanten Artikeln zu erhalten oder an Verlosungen teilzunehmen.

Habt Dank!

Hoppla, das Internet ist kaputt!

Reply

Filmfreak.org - Newsletter

Schreibt Euch für den Newsletter ein um News per Email und Links zu interessanten Artikeln zu erhalten oder an Verlosungen teilzunehmen.

Super, hat geklappt!

Das Internet ist kaputt!