Review: BRÜGGE SEHEN…UND STERBEN?

Review: BRÜGGE SEHEN…UND STERBEN?

BRÜGGE SEHEN...UND STERBEN Review Deutsch

Nachdem ich letzte Woche bereits den zweiten Film von Regisseur Martin McDonagh reviewt habe, möchte ich jetzt auch noch ein Review von dessen Erstlingswerk nachliefern. Als erstes Mal ein bißchen Hintergrundinfo über den immer noch sehr unbekannten Regisseur. McDonagh bekam 2006 den Oscar für seinen genialen Kurzfilm SIX SHOOTER und konnte deshalb bei seinem ersten Spielfilm auf eine breite Masse erstklassiger Schauspieler zurückgreifen. Colin Farrell ist der Hauptstar des Films, obwohl auch die restlichen Schauspieler wirklich gut sind. Einer der heimlichen Stars von BRÜGGE SEHEN…UND STERBEN ist Ralph Fiennes, der den Chef von zwei Profikillern spielt, die in Brügge einen Mord verüben sollen. Doch als bei dem Auftrag etwas schief geht und ein Kind erschossen wird, zieht Auftraggeber Harry die Reissleine und setzt einen Killer auf den gescheiterten Hitman an. Doch auch das läuft nicht so rund, wie er sich das vorgestellt hat.
Jo, das war also grob die Handlung. Das Drehbuch ist aller-erste Sahne und das Beste an dem Film. Ich kann gut verstehen dass bei der Qualität der Dialoge die beiden Stars Colin Farrell und Ralph Fiennes mit großer Freude bei dem Projekt mitmachen wollen. Und das obwohl einige Sachen die passieren auf gar keinen Fall politisch korrekt sind. Die beiden Auftragskiller Ken und Ray haben eine ausgezeichnete Chemie und wenn man mal vom im Original fast unmöglich zu verstehenden Dialekt von Colin Farrell absieht, ist die Qualität des Schauspiels wirklich solide. Ich bin eigentlich kein richtiger Fan von Farrells Schauspielleistungen, doch hat er mit seinem Part in BRÜGGE SEHEN…UND STERBEN bei mir eine Menge an Respekt gewonnen. Dass Regisseur McDonagh was drauf hat ist ebenfalls unbestritten und man darf hoffen dass man von ihm nach dem eher mittelmäßig gelaufenen 7 PSYCHOS in nächster Zeit nochmal was zu sehen bekommt. Obwohl das Drehbuch sehr starke Momente hat, gibt es aber auch ein paar Schwachstellen, vor allem gegen Ende hin oder was die plötzliche und erzwungen wirkende Liebesgeschichte zwischen Colin Farrell und der französischen Schauspielerin Clémence Poésy angeht. Denn diese raubt eigentlich Touristen aus und verkauft Drogen, doch entdeckt bei Farrells entzückendem Knutschmund plötzlich ihr Gewissen. Und das ist ein bißchen halbgar im fertigen Film. Ansonsten ist aber alles hochklassig und ich möchte noch Ralph Fiennes geniale Rolle in den Vordergrund stellen, der mir in bösartigen Rollen am besten gefällt. Siehe seinen Auftritt als Amon Göth in SCHINDLERS LISTE.
Der Film enthält alle möglichen Elemente, wie zum Beispiel Comedy, Drama und einen leichten Hauch von Gangstermovie. Viele der Dialoge sind richtig witzig und ich kann Euch nur raten den Film auf Englisch zu schauen, falls Ihr die wirklich harten irischen Akzente von Farrell und dem nicht weniger gut spielenden Brendan Gleeson irgendwie verstehen könnt. Dieser ist schon seit vielen Jahren Charakter-Darsteller, der aber oft von einem Drehbuch nicht so wunderbar in Szene gesetzt wird wie hier. Dazu ist die Kameraarbeit ist ausgezeichnet und macht BRÜGGE SEHEN…UND STERBEN? zu einem in sich geschlossenen, cineastischen Vergnügen. Die machmal sehr politisch inkorrekten Dialoge oder Handlungen haben jedoch das Zeug zartbesaitete Gemüter eher abzuschrecken und ich würde den Film deshalb wirklich nur empfehlen wenn Euch Rabenschwarze Comedy nichts ausmacht. Aber ich bin ziemlich sicher meine Leser können das vertragen! 😉

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