Review: CHAPPIE (2015)

Review: CHAPPIE (2015)

CHAPPIE Review Deutsch

Hey Leute, ich möchte jetzt auch endlich mal mein Review zu CHAPPIE posten. Ich hab mir ehrlich gesagt ein bißchen Zeit genommen um den Film erstmal sacken zu lassen. Auf den ersten Blick habe ich CHAPPIE eigentlich nicht gemocht. Doch im Nachhinein gibt es durchaus einige Elemente an Neill Blomkamps Film die funktionieren. Doch erstmal möchte ich ein bißchen näher auf die Handlung eingehen. CHAPPIE ist einer von vielen Robotern die im Rahmen eines Polizei-Robotik Programms in Johannisburg eingesetzt wird um die Kriminalität unter Kontrolle zu bekommen. Doch wegen eines beschädigten Akkus, wird CHAPPIE zur Verschrottung freigegeben. Doch dort kommt der Roboter nicht an, weil dessen Erfinder bei einem Carjacking überfallen und zusammen mit seiner Schöpfung von einer kleinen Gang entführt wird. Und dort angekommen möchten Sie den Roboter für Kriminelle Machenschaften einsetzen und zwingen den Erfinder Deon dazu, den Quellcode des Roboters zu manipulieren, da diese Maschinen mit einer Sicherung versehen sind, die sie davon abhält Dummheiten zu machen. Deswegen installiert Deon eine experimentelle Software, die Chappie ein eigenes Bewusstsein vepasst und ihm somit auch erlaubt, freie Entscheidungen zu treffen. Doch da sich Chappie erst auf dem geistigen Level eines Kleinkindes befindet, muss ihm Deon erst beibringen wie man spricht, sich bewegt und lebt. Man kann sich vorstellen, dass sich aufgrund der chaotischen Lebensumstände die bei der  Gang herschen, so manches Mal wahnwitzige Situationen ergeben. Doch nicht alle sind begeistert von Chappie und als sowohl der Robotik-Konzern der die Roboter baut und bemerkt dass einer fehlt sowie eine verfeindete Gang auf Chappie aufmerksam werden ist schlagartig schluss mit lustig.

Also, ich möchte jetzt das größte Problem des Films gleich vorweg nehmen. Dumme, eindimensionale Charaktere! Ich weiß nicht was in Blomkamp vorgegangen ist als er so manche Dialoge und Charaktere geschrieben hat doch manche Szenen sind so plump und dumm dass man das Gefühl hat, es handele sich um eine Verarsche. Ich benutze normalerweise NIE dieses Wort in einem Filmreview, aber ich fand manche der Rollen, wie zum Beispiel der gegnerische Gangboss, gespielt von Brandon Auret, sogar einen Hauch rassistisch. Jedesmal wenn er den Mund aufmacht und in einer Art Babysprache irgendwelche primitiven Laute & animalische Gesten von sich gibt will ich mir ein Kissen über den Kopf stecken. Und nicht nur der hat so geredet, sondern fast alle “Thugs”.
Ich weiß nicht ob das unabsichtlich passiert ist oder ob ich mir das nur einbilde aber die Art wie manche der Figuren sprechen oder was sie von sich geben hätte ich eher in einem schlecht gemachten 40er Jahre Schundfilm erwartet. Dazu kommt eine Handlung, die manchmal einfach lächerlich und nicht glaubwürdig ist. Und ich sage das bewusst im Hinblick und mit starken Verständnis dafür, dass im Sci-Fi Genre auch gerne mal unrealistischere Dinge passieren können. Das ist auch nicht was ich meine. Es gibt einfach zu viele Szenen die vom Drehbuch schlecht gelöst sind. Sei es beim Finale, als plötzlich das totale Chaos in den Straßen ausbricht und Hugh Jackman mit seinem Killerroboter nichts anderes zu tun hat, als Chappie und seine Gang plattzumachen, anstatt auf den Straßen wieder für Gerechtigkeit zu sorgen. Was ja auch im Interesse seiner Rolle gewesen wäre, der den Roboter in Serienproduktion bringen wollte. Dazu hatte ich sehr große Probleme mit Hugh Jackmans Rolle, die ich auch einfach total “over the top” fand.
Ok, jetzt nachdem ich die schlechten Sachen gleich am Anfang rausgehauen habe fühle ich mich erleichtert. Jetzt komme ich zu den Stärken von CHAPPIE. Die Roboter und alle Effekte mit ihnen sind einfach herrvorragend. Der Realismus mit dem manche Szenen gefilmt worden ist, ist ein Paradebeispiel für gut eingesetzte CGI. Denn zu keinem Zeitpunkt hat man das Gefühl, dass CGI zuviel eingesetzt werden, wie das zum Beispiel bei den STAR WARS Prequels so schrecklich der Fall war. Hier ist alles gut dosiert und das Design der Roboter ist einfach toll. Chappie gefällt mir auch sehr gut, wenn man mal von den “Hasenohren” absieht. Der große Roboter der von Hugh Jackman entwickelt wurde, erinnerte mich stark an ROBOCOP und ich bin ziemlich sicher dass es einigen von Euch genauso ging.
Der nächste Punkt ist die Fähigkeit des Films, Emotionen beim Zuschauer herrvorzurufen. Und genau das war nämlich der Fall. In vielen Szenen fühlt man sich einfach berührt. Sei es von Chappies enttäuschenden Erfahrungen mit den Menschen oder seiner “Liebe” zu seinem Schöpfer oder der “Mutter”. Also was das angeht, hat mir CHAPPIE sehr gut gefallen. Das Finale war jedoch wirklich sehr abstrakt und obwohl ich mit dem Ende leben kann, bleibt gerade was das Drehbuch angeht ein bitterer Beigeschmack. Ich möchte auch hier nochmal auf die Figuren eingehen, denn während manche der Rollen wirklich schlecht waren und dem Film stark geschadet haben, waren andere wirklich eine überraschende Erfrischung. So fand ich zum Beispiel die Rolle von “Ninja” durchaus gut geschrieben, wenn sich die Figur zum Schluss doch plötzlich extrem suizidal entwickelt und sich total unnötigerweise in die Schussbahn von Jackmans Roboter geworfen hat.
Schauspielerisch ist alles gut und meistens wenn Szenen in CHAPPIE nicht funktionieren, liegt es eher am Drehbuch als den Schauspielern. Hugh Jackman hat das Zeug einen guten Bösewicht zu spielen, doch wurde sein Talent bei weitem nicht so genutzt wie man das hätte machen können.
Doch CHAPPIE hat einige starke Momente und aufrichtig witzige Szenen, die Hoffnung aufkommen lassen. Sigourney Weavers Rolle ist nur klein und unbedeutend und auch da finde ich es irgendwie schade, dass man die Rolle nicht vielseitiger gemacht hat. Blomkamp ist ein absolut fähiger Regisseur und was ich bisher von seinem Konzept für ALIEN 5 gehört habe, bin ich sicher dass er das Zeug dazu hat auch in Zukunft große Erfolge zu feiern. Die meisten Kritiker haben CHAPPIE gehasst. Vielleicht auch deswegen, weil das Marketing im Vorfeld ein bißchen verworren war. Der erste Trailer sah eher nach einem Reboot von NUMMER 5 LEBT aus, während der zweite Trailer dann schon eher in Richtung ROBOCOP ging. Und CHAPPIE ist einfach ein Mix aus beidem, so dass wahrscheinlich auch vor allem die älteren Zuschauer mit einer ganz anderen Erwartungshaltung in den Film gegangen sind. Ich persönlich mochte CHAPPIE teilweise. Ich möchte aber absolut anmerken dass es ganz viele Probleme und kleinere Sachen gab die mich gestört haben. Trotzdem darf man nicht vergessen dass die Grundidee und viele Elemente der Story deutlich kluger und intelligenter gemacht waren, als eine Vielzahl der Filme die ich in letzter Zeit gesehen habe. Deshalb ist das Drehbuch nicht komplett schlecht. Es ist einfach in vielerlei Hinsicht zu simpel gestrickt, obwohl eine tolle Grundidee dahinter steht. Jüngere Zuschauer werden CHAPPIE mit Sicherheit lieben und das auch zurecht. Doch für mich als (zumindestens körperlich) Erwachsenen hat leider das gewisse Etwas gefehlt.  Blomkamp bringt viele interessante Ideen in das Drehbuch mit ein, doch schafft es nicht sich auf die guten Momente zu fixieren und geht mit dem Plot einfach in zuviele verschiedene Richtungen. Hugh Jackmans Figur benimmt sich absolut unglaubwürdig und alle Handlungselemente die mit ihm zu tun haben, sind deutliche Schwachpunkte der Handlung. Also es tut mir wirklich leid dass ich den Film nicht besser bewerten kann, doch es gab einfach zuviele Szenen die nicht funktioniert haben. Das heißt nicht, dass es nicht andere gab die das taten, doch insgesamt ist das Ergebnis dann ein bißchen unausgegoren.

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