Review: CREED- ROCKY´S LEGACY Deutsch

Review: CREED- ROCKY´S LEGACY Deutsch

REVIEW CREED Deutsch

Hi Leute, entgegen aller Erwartungen hat Sylvester Stallone mit dem inzwischen siebten Teil der Rocky-reihe ein rundum anständigen Film abgeliefert. Und eigentlich handelt es sich bei CREED – ROCKY`S LEGACY nicht um einen Boxfilm, sondern um ein Drama in dem sich ein Teil der Handlung halt ums Boxen dreht.
Die Handlung dreht sich diesmal nicht um Rocky, sondern um den Sohn seines alten Freundes Apollo Creed. Dieser wird wunderbar von Michael B. Jordan gespielt, der nach dem unglücklichen Untergang von FANTASTIC 4 wieder mal eine solide Partie abliefert. Die Rolle des bescheidenen Nachwuchsboxers, der unbedingt von Rocky trainiert werden möchte, ist Michael B. Jordan wie auf den Leib geschneidert. Und auch Sylvester Stallone ist überraschend glaubwürdig und hat die Oscar-Nominierung für seine Rolle des langsam aber sicher dem Lebensende entgegen gehenden Rocky Balboa absolut verdient! Ob er gegen die harte Konkurrenz im Februar dann auch den Oscar gewinnen kann ist ungewiss, doch halte ich seine Darstellung in CREED für absolut hervorragend. Man hat das Gefühl, dass Sly Stallone hier in CREED seine Parade-Rolle spielt. Es tut ihm sichtlich gut, wieder in die altbekannte (aber nicht altbackene) Rolle zu schlüpfen. Und mit jedem Film wird die Figur “Rocky Balboa” immer ein bisschen interessanter. Aber Vorsicht! Auch bei CREED handelt es sich nicht um lyrische Filmkunst, sondern um ein handfestes Drama mit leichtem Hang zum Dramatischen. Denn wenn Rocky sich mit dem Klappstuhl auf den Friedhof sitzt um vor dem Grab seiner Geliebten Adrian über den Tagesablauf zu referieren, könnten selbst die Härtesten Männer mal ein Tränchen verdrücken.

Der Boxsport ist einigermaßen realistisch dargestellt, obwohl auch bei CREED niemand etwas von einer geschlossenen Deckung gehört hat. Getreu dem Motto der Ärzte geht es hier “IMMER MITTEN IN DIE FRESSE REIN”, und das nimmt für mich ein wenig den Realismus aus dem ansonsten guten Drama. Doch wollte man es sich hier wohl auch nicht bei den alteingesessenen Rocky-Fans versauen.

In der Rolle von Apollo Creeds Witwe ist übrigens die immer noch Schöne Phylicia Rashad zu sehen, die man wohl am ehesten durch ihre Rolle als Claire Huxtable in der Bill Cosby Show in Erinnerung haben dürfte. Ja, das waren noch Zeiten als man sich jeden Abend regelmäßig die Cosby Show rein gezogen hat. Das wird es wohl in Zukunft auch nicht mehr geben. Tessa Thompson in der Rolle von Adonis´Creed´s Geliebten ist ebenfalls eine sehr positive Überraschung und man darf hoffen sie in der Zukunft noch öfter zu sehen. Ebenfalls in einer Nebenrolle zu sehen ist Graham McTavish, der sich langsam aber sicher zum Vorzeige-Unsympath entwickelt. Der Schotte hatte mit Stallone ja bereits in JOHN RAMBO zusammen gearbeitet und es ist schön ihn hier nochmal in einer Rolle zu sehen.

Obwohl im Vorfeld der Kinosaison von einem Zweikampf zwischen SOUTHPAW und CREED die Rede war, hat sich das am Ende nicht bewahrheitet. SOUTHPAW war ein solider Film mit rauem Hip-Hop Soundtrack, konnte aber insgesamt als Film nicht mit Ryan Cooglers CREED mithalten. Zwar hätte es dem Film absolut gut getan, auf viele der altbekannten Klischees zu verzichten, doch ist CREED trotzdem einer der ehrlichsten und direktesten Filme der abgelaufenen Kinosaison 2015! Eigentlich, denn in Deutschland startete der Film mit Verspätung erst im Januar. Vielleicht hat es eine Weile gedauert bis man Stallone´s Vernuschelte Art zu reden bei der Nach-Vertonung richtig hinbekommen hat. 😉

Regisseur Ryan Coogler hat nach seinem Erstlingswerk FRUITVALE STATION wieder mal einen guten Film gemacht und ich freue mich schon darauf zu sehen was für ein Projekt sich Coogler am nächsten annimmt. Und auch der über dem Projekt schwebende Sylvester Stallone schafft es absolut, dem Film auf sehr persönliche Art und Weise seinen Stempel aufzudrücken. Der Film macht zweifellos klar, dass sich Stallone im höheren Alter noch einmal von seiner Rolle des Boxers in Würde verabschieden wollte. Und entgegen aller Erwartungen klappt das so gut, dass man selbst irgendwie Wehmut empfindet, dass die Filmreihe jetzt mit Sicherheit beendet sein wird.

Und für mich persönlich ist es irgendwie traurig zu sehen, wie alle Helden meiner Jugend langsam aber sicher alt und grau werden, und bald wohl nicht mehr unter uns weilen. Als Kind der 80er bin ich mit Filmen von Sylvester Stallone, Arnold Schwarzenegger und Bruce Willis groß geworden…und langsam aber sicher wird mir bewusst, wie schnell das Leben in den letzten 30 Jahren vorbeigegangen ist. Die Zeit bleibt nicht stehen und das ist gut so. Aber irgendwie empfindet man doch eine gewisse Wehmut, wenn etwas Großes zu einem Ende kommt.
Und irgendwie schafft es CREED da bei mir einen Nerv zu treffen und diesen Weltschmerz perfekt in filmischer Weise aufzufangen. Und alleine schon deshalb sollte man dem Film eine Chance geben, sich von der Figur Rocky Balboa zu verabschieden. Ich habe ROCKY 5 gehasst, kann aber mit dieser Herangehensweise deutlich mehr anfangen. CREED ist absolut kein normaler Box-Film, in dem sich ein 70 Jähriger nochmal gegen einen Schwergewichts-Weltmeister in den Ring stellt und ihm mit dem Krückstock die Fresslucke zertrümmert, sondern eine sehr realistische Geschichte über das Altern und das Aufstehen wenn man mal am Boden liegt. Und das ist doch irgendwie universell.

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