Review: DER MARSIANER – RETTET MARK WATNEY

Review: DER MARSIANER – RETTET MARK WATNEY

Review DER MARSIANER RETTET MARK WATNEY

Als Ridley Scott Fan hatte man es in den letzten Jahren nicht immer leicht. PROMETHEUS war nicht das ALIEN Prequel dass sich viele Leute gewünscht hätten und auch sonst kam von einem meiner absoluten Lieblingsregisseuren in den letzten Jahren nicht wirklich viel herausragendes vom Kaliber eines BLADE RUNNER, GLADIATOR oder ALIEN. Umso erfreulicher ist es jetzt für mich zum Lebensabend des inzwischen bereits 72 Jährigen Altmeisters noch einmal einen richtig guten Film von ihm reviewen zu können. Denn Scott schafft es mit THE MARTIAN perfekt den Geist von Andy Weirs versierter Vorlage einzufangen und liefert zusammen mit seinem Team und den vielen guten Schauspielern einen absolut abgerundeten Film ab. Beginnend bei dem wirklich perfekt ausgewählten Cast und den vielen gut gemachten Effekten über die Kamerafahrten und den Schnitt ist alles handwerklich äußerst solide umgesetzt. Zwar gibt es bei dem mit knapp 140 Minuten laufenden Film auch die Ein oder Andere Schwäche, doch überwiegen die positiven Aspekte deutlich. Hauptdarsteller Matt Damon, der sich durch seine Rolle in INTERSTELLAR perfekt für THE MARTIAN empfohlen hatte, macht seinen Job gut und schafft es den Zuschauern mit sporadisch eingestreutem Humor und Charme über die wenigen Tiefpunkte des Films wohlwollend hinweg zu helfen. Ungefähr zur Hälfte hatte ich ein bisschen das Gefühl dass die Handlung für eine knappe halbe Stunde ein wenig zäh ist, doch war gerade dieser Teil wichtig um nochmal zu unterstreichen was für ein technisch versierter und einfallsreicher Mensch dieser Mark Watney eigentlich ist. Trotzdem finde ich, dass man in der Mitte nochmal knapp 20 Minuten hätte kürzen können um dann beim Finale noch ein paar zusätzliche Minuten zu haben. Die ganzen Anspielungen mit der Disco Musik waren zwar beim ersten Mal noch lustig aber dann wäre der Witz auch einfach durch gewesen. Stattdessen werden nochmal an mehreren Stellen Anspielungen darauf gemacht und das hätte man sich eigentlich sparen können.

Matt Damon zeigt hier jedoch nochmal deutlich, was für ein guter Schauspieler er ist. Zwar fand ich es ein wenig seltsam von Matt Damon zwei so ähnlich geartete Filme innerhalb kürzester Zeit zu sehen, doch denke ich dass sich dieser einfach die Filme herauspickt, die für ihn persönlich am interessantesten sind. Und als Sci-Fi Fan kann ich mich darüber nicht beklagen. Und auch von Matt Damon abgesehen war DER MARSIANER im Kollektiv einfach wunderbar besetzt. Es war schön Jeff Daniels nochmal in einer absolut seriösen und ernst gemeinten Rolle zu sehen und auch Sean Bean, Jessica Chastain und Kristen Wiig haben das ganz hervorragend gemacht. Und selbst so kleine Nebenrollen wie die von Benedict Wong waren in meinen Augen ein absoluter Zugewinn für den Film. Auch Kate Mara und Michael Pena sind gut besetzt.

Ein kleiner Kritikpunkt ist in meinen Augen das Ende. Ich werde natürlich nicht verraten was passiert aber ich möchte nur kurz anmerken dass das Ende an sich zu kurz geraten ist und einfach noch knapp 10 bis 20 Minuten zusätzliche Handlung vertragen hätte.

Ich möchte auch nochmal kurz auf die Verbindung von CGI und Naturaufnahmen zurück kommen, denn die Mars-Landschaft im Hintergrund war mal wieder wunderbar umgesetzt. Ähnlich wie schon bei PROMETHEUS sind die Effekte eine der größten Stärken gewesen und im Vergleich mit so Sachen wie DER HOBBIT sieht alles einfach sehr sehr viel Echter aus. Alle Aufnahmen auf dem Mars sind herausragend umgesetzt und was die Optik angeht ein absoluter Volltreffer.
Was mir auch sehr gut gefallen hat war, wie uns der Film ohne lange Einleitung direkt in eine sehr lebendige Anfangssequenz gestartet ist, ohne nochmal knapp 20 Minuten mit der Einführung der Charaktere zu verschwenden. So hat man als Zuschauer kaum Zeit zur Langeweile und auch sonst war der Film wirklich sehr kurzweilig umgesetzt.
Darüber hinaus war es sehr erfrischend mal einen Film zu sehen, bei dem großen Wert auf eine korrekte Umsetzung der Wissenschaftlichen und Mathematischen Inhalte der Handlung gelegt wurde. Denn das wurde ja bei INTERSTELLAR immer stark kritisiert. Man muss aber auch sagen dass das zu einem Großteil auch dem sehr belesenen und wissenschaftlich interessierten Andy Weir zu verdanken ist, der bereits eine herausragende Vorlage abgeliefert hat.

Die größte Kritikpunkte sind für mich eigentlich nur das Ende und die Tatsache dass man alles was man in THE MARTIAN zu sehen bekommt auch schon irgendwie schon mal gesehen hat. Zum Beispiel in so Filmen wie APOLLO 13 oder ähnlichen Filmen die sich mit dem Thema Raumfahrt und der NASA befassen, so dass der Film zwar absolut gelungen, jedoch kein wirklich neuer Klassiker ist. Ich glaube ich und vor allem auch Ridley Scott können damit aber sehr gut leben, denn THE MARTIAN begeistert momentan die Zuschauer in den USA und dem Rest der Welt. Und ich wünsche mir wirklich sehr dass Ridley Scott mit DER MARSIANER noch einmal einen richtig erfolgreichen Hit in die Kinos gebracht hat. Denn ich als Fan finde es echt sehr schade dass alle meine Lieblingsregisseure meiner Jugend langsam aber sicher alt und grau werden. Man kann nur hoffen dass uns Ridley Scott noch einige Jahre erhalten bleibt und weiterhin gute Filme macht.

Filmfreak.org - Newsletter

Schreibt Euch für den Newsletter ein um News per Email und Links zu interessanten Artikeln zu erhalten oder an Verlosungen teilzunehmen.

Habt Dank!

Hoppla, das Internet ist kaputt!

  • 72%
    Der Marsianer: Rettet Mark Watney - 72%
72%

Filmfreak.org - Newsletter

Schreibt Euch für den Newsletter ein um News per Email und Links zu interessanten Artikeln zu erhalten oder an Verlosungen teilzunehmen.

Super, hat geklappt!

Das Internet ist kaputt!