Review: EVEREST – Deutsch

Review: EVEREST – Deutsch

EVEREST Review Deutsch

An EVEREST hatte ich im Vorfeld bereits sehr hohe Erwartungen. Ich weiß nicht genau warum, aber das auf einer wahren Begebenheit basierende Bergsteiger-Drama machte einen guten Eindruck, so dass ich den Film so schnell wie möglich reviewn wollte.
Nachdem ich den Film jetzt gesehen habe muss ich sagen, dass es am Ende doch “nur” ein Film über das Bergsteigen und dessen Risiken ist. Das soll nicht heißen dass beim Bergsteigen nicht auch Nervenkitzel aufkommen kann, doch lässt sich sowas einfach schwer auf Zelluloid bannen. Ich kann mich bisher eigentlich an keinen richtig guten Bergsteigerfilm erinnern…und das liegt wohl auch daran dass solche Filme eher kompliziert zu drehen sind. Denn es wird langsam geklettert, die Helden tragen schwere Anzüge, Helme und Winterkleidung und wenn dann noch ein Sturm aufkommt versteht man kein Wort mehr. Doch trotz der Schwierigkeit des Genres schafft es Regisseur Baltasar Kormákur mit EVEREST einen absolut soliden Film abzuliefern. In den vielen Haupt- und Nebenrollen zu sehen sind Jason Clarke, Josh Brolin, Jake Gyllenhaal und eine ganze Menge Anderer solider Schauspieler. Jason Clarke, der mir in TERMINATOR: GENISYS in der Rolle des Bösewichts überhaupt nicht gefallen hat, kann durch eine sehr dankbare Rolle in EVEREST endlich nochmal richtig gut punkten. Nach GENISYS hatte ich so einen Punkt wo ich überhaupt keinen Bock mehr auf Clarke gehabt habe, doch durch seinen Auftritt in EVEREST hat sich Clarke in meinen Augen rehabilitiert. Trotz der guten Rolle ist Clarkes Performance nicht wirklich vielseitig und ich hätte mir gewünscht dass er die Rolle ein bisschen rauer gespielt hätte, um nicht nur als reiner “Nice Guy” wahrgenommen zu werden. Denn solche Rollen werden auf lange Sicht ein bißchen langweilig. Aber nichtsdestotrotz ist EVEREST eine ausgezeichnete Performance von Jason Clarke. Bei Josh Brolin ist die Sache ein bißchen einfacher. Ich habe noch kaum einen Film mit Brolin gesehen in dem er schlecht geschauspielert hätte. Brolin ist auch in EVEREST ein sehr solider Charakterdarsteller, der ein absoluter Zugewinn für den Film ist. Am Anfang hat man ein bißchen das Gefühl dass seine Rolle sehr seicht im Hintergrund gelagert ist, doch das ändert sich mit zunehmender Laufzeit. Die Rolle war mir persönlich zwar nicht gut genug geschrieben, doch schauspielerisch ist Brolin mal wieder super. Und auch das sich ständig neu erfindende “Chamäleon” Jake Gyllenhaal ist in EVEREST in einer absolut untypischen Rolle zu sehen, die jedoch leider nicht sehr groß ausgefallen ist. Insgesamt gibt es zu viele Charaktere und manchmal kommt einfach nicht genug Spannung auf, weil man zwischen den vielen Figuren hin und her gerissen ist. Aber da der Film ja auf wahren Begebenheiten beruht, wäre das Weglassen von bestimmten Charakteren ebenfalls problematisch.

EVEREST handelt von einer Gruppe Bergsteigern die versuchen den Gipfel des gefürchteten Mount Everest zu besteigen und die beim Abstieg von einem starken Schneesturm überrascht wurden.
Und wie das bei solchen Bergen halt ist, ist es gar nicht so einfach da nochmal runter zu kommen, falls man sich verletzt oder sonst irgendwie in Schwierigkeiten gerät. Und genau diese Problemstellung ist in EVEREST sehr gut dargestellt und mit einem gut geschriebenen Drehbuch verknüpft. Dialoge sind aber kaum vorhanden bzw. ist angesichts den auf dem Berg herschenden Extremsituationen kaum Raum für tiefgehende Gespräche. Wie bereits im Vorfeld geschrieben, finde viele Gespräche bei Sturm und Gewitter statt, so dass man als Schwerhöriger Filmfreak auch ein bisschen Probleme hat den äußerst schnell geschnittenen Szenen zu folgen.

Die Kameraaufnahmen sind gut und manchmal ist man irgendwie beeindruckt von der optischen Macht des gigantischen Mount Everest und man wünscht sich nichts anderes als dort oben zu sein um das Spektakel auch selbst mal zu erleben. Dieses Gefühl währt geschätzte 20 Sekunden und dann  fällt einem glücklicherweise wieder ein dass es dort oben kalt und eklig ist und dass es auf ´nem Berg keinen guten Fernsehempfang und Internet gibt.
Die CGI sind relativ okay und nicht so invasiv wie bei manch anderen Filmen. Der Film sieht in IMAX einfach wahnsinnig gut aus und ich kann Euch nur dazu raten den Film im Kino und nicht auf DVD oder Blu-Ray zu sehen. Denn genau solche Filme sollte man sich einfach im Kino ansehen. Optisch ist EVEREST sehr ansprechend und eine kurzweilige Erfahrung für den geneigten Fan. Inhaltlich gibt es jedoch ein paar kleinere Schwächen, wie zum Beispiel der nicht ausreichende Aufbau eines guten Spannungsbogens. Obwohl man natürlich mit den Rollen ein bißchen mitfiebert, kommt zu selten ein Gefühl von Drama oder Spannung auf. Die Jungs klettern hoch, es schneit und stürmt so stark dass man keinen Schimmer hat was als nächstes passiert und dann ist der Film auch irgendwie schon zu Ende. Als der Abspann zu laufen begann dachte ich “WTF?”, denn ich hatte ehrlich gesagt nicht damit gerechnet dass der Film schon zu Ende sein könnte. Und das vor allem weil ich kein mitreißendes Finale gesehen habe sondern nur ein paar Leute die durch den Schnee kraxeln und an der Wand festfrieren.

Also, das Fazit der Filmkritik ist, dass EVEREST ein anständiger Film mit Stärken und Schwächen ist. Mit einem stärkeren Finale wäre der Film mit Sicherheit noch besser geworden aber insgesamt ist EVEREST eine durchaus positive Erfahrung, die das Eintrittsgeld allemal wert war.
Abgesehen vom dramatischen Ansatz ist der Film eine sehr realistische Verarbeitung der “Mensch gegen Natur” Thematik und zeigt deutlich dass Bergsteigen alles andere als sicher ist und dass man ganz oben auf einem Berg auch ganz schön am Arsch sein kann. EVEREST ist der Versuch Drama mit realitätsnahem Katastrophenkino zu verbinden und unterm Strich überwiegen die positiven Eindrücke, obwohl man noch deutlich mehr aus der sehr interessanten Grundgeschichte hätte herausholen können.

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