Review: EX MACHINA (2015) Deutsch

Review: EX MACHINA (2015) Deutsch

EX MACHINA REVIEW DEUTSCH 2015

Es sind wirklich aufregende Zeiten in denen wir leben. Die Singularität ist nah und wir stehen scheinbar kurz davor, echte künstliche Intelligenz zu erschaffen. Doch was passiert, wenn diese Intelligenz auch ein Bewusstsein entwickelt und irgendwann plötzlich nicht mehr abgeschaltet werden möchte? Dieser Fragen nimmt Alex Garlands interessantes Regiedebüt EX MACHINA an und schafft es sehr gekonnt, Science Fiction und das in Tagen von Drohnen, Robotern und AI immer aktuellere Thema des technischen Fortschrittes miteinander zu verbinden und wirft dabei gleichzeitig eine Reihe interessanter sowie moralische Fragen auf. Sollte man das Recht haben, künstliches Leben zu schaffen, einfach nur weil man es tun kann? In EX MACHINA soll ein Angestellter der fast schon monopolistisch großen Suchmaschine BLUE BOOK die künstliche Intelligenz der neuesten Erfindung des Firmeninhabers dahingehend prüfen, ob sie tatsächlich ein eigenes Bewusstsein entwickelt hat, oder einfach nur glaubt, eines zu haben. Diese Erfindung ist die künstliche Person Ava, die so ziemlich alles kann, was einer echten Frau auch möglich ist. Und bereits nach kurzer Zeit verschwimmen die Grenzen und die eben noch Getestete Ava wird wegen ihrer immer stärker wachsenden Intelligenz zum Prüfer.

Also, Alex Garlands Regiedebüt ist schon eine gute Hausnummer. EX MACHINA ist für ein Regiedebüt sehr durchdacht und stilsicher. Die Schauspieler stehen ganz klar im Mittelpunkt und ein Großteil der Handlung spielt sich in der futuristisch aufgepimpten Vorschungseinrichtung ab. Die in leuchtende Neonfarben getauchte Innenbeleuchtung wird damit zum Gegensatz der malerischen, norwegischen Natur die diese Einrichtung umgibt. Garland ist eigentlich kein Anfänger, hat er doch große Teile seines Lebens als Drehbuchautor für so ausgereifte Sachen wie 28 DAYS LATER verbracht, weshalb auch hier die Story die größte Stärke von EX MACHINA ist. Auch handelt es sich dabei um einen Film, der in dieser Form auch nur aus Europa kommen konnte, denn die klaustrophobisch angehauchte & stark gedämpfte Sci-Fi Verfilmung kommt mit einer Stimmung daher, die man im Big Budget Mainstream Kino vergeblich suchen würde. Die Geschichte ist nicht neu aber intelektuell erzählt und nicht wirklich schlechter als die Ansätze zur Verfilmung des KI/AI Themas von Meisterregisseuren wie Spielberg & Kubrik. Leise im Hintergrund schwingt auch eine leichte Gesellschaftskritik an den Datensaugpraktiken der Suchmaschinen mit und ist somit angesichts sozialer Netzwerke die ihre Nutzer ausspionieren top-aktuell. Die CGI und Effekte, einschließlich dem mit echten Schauspielern kombinierten Effekten sind einfach nur atemberaubend und runden die in sich geschlossene Verfilmung ab. EX MACHINA ist kein Film, den man wirklich genießt, doch einer den man angesichts der Gedankprovozierenden Einwürfe und Ideen einfach interessant findet. Die ständig wechselnden Farben in der Beleuchtung und die überall vorhandenen Glaswände schaffen bereits früh ein Gefühl des Unbehagens. Und das ist für einen Regisseur gar nicht so leicht umzusetzen, weshalb mir Garlands Verfilmung wirklich sehr gut gefallen hat. Es ist ein Film der mehr Fragen an den Zuschauer stellr, als er beanwortet. Fragen über Gott und das Leben. Und die Folgen von großer Macht. Denn wie das bereits Spidermans Opa so schön sagte: Mit großer Macht kommt große Verantwortung. Wie man zu künstlicher Intelligenz steht ist jedem selbst überlassen. Die Tatsache dass die Entwicklung von echter künstlicher Intelligenz irgendwann stattfinden wird ist unausweichlich oder hat vielleicht sogar schon längst stattgefunden. Die Frage ist jetzt eigentlich nur noch, wie das die Zukunft der Menschheit beeinflussen wird.
Es gab bereits eine Unmenge Filme die uns von Tag der Abrechnung erzählten. Davon, wie sich die Maschinen über die Menschheit erheben wird. Doch Alex Garlands Ansatz in EX MACHINA hat mir, mal vom eher brachial gearteten TERMINATOR, am deutlich besten gefallen. Denn der Film nimmt das eigentlich immer noch als Science Fiction zu bezeichnende Grundgerüst der Handlung und bringt sie in die Gegenwart. Und bringt den Zuschauer zum nachdenken. Und um so etwas beim Zuschauer auszulösen, muss man wirklich ein guter Regisseur sein, denn es ist nicht einfach damit getan einen guten Film zu machen. Sondern man muss einen Film machen, der den Zuschauer dafür interessiert, über die Folgen von künstlicher Intelligenz aktiv nachzudenken. Und das ist bei EX MACHINA der Fall.
Schauspielerisch ist alles solide. Und damit meine ich “wirklich solide”. Insgesamt sind nur eine handvoll Schauspieler zu sehen, was EX MACHINA fast schon zu einem futuristischen Kammerspiel werden lässt. Der geheime Star des Films ist (neben Ava) Oscar Isaac. Dieser hat nämlich inzwischen den Durchbruch geschafft, wird eine Rolle in den neuen STAR WARS Filmen spielen und ist außerdem im kommenden X-MEN:APOKALYPSE zu sehen. Und hier stielt er jede Szene, in der er zu sehen ist. Doch auch die Schwedin Alicia Vikander (Ava) ist nicht nur wegen ihrem leuchtenden See-through Körper eine Attraktion und gibt der Rolle der künstlichen Person Sicherheit und Finesse. Ihre Bewegungen sind jederzeit glaubwürdig und sie agiert genau, wie man sich das von einer künstlichen Intelligenz vorstellen würde.
Mein Fazit von EX MACHINA ist sehr positiv und insgesamt hat mir der Film gut gefallen. Er war ein bißchen “slow” und jeder der Probleme mit Dialog-beherschten Filmen hat, wird EX MACHINA vielleicht ein bißchen langatmig finden. Trotzdem zählt EX MACHINA mit zu dem Besten was das Jahr bisher zu bieten hatte.

Der deutsche Start fand übrigens am 23. April 2015 statt und wenn Ihr auch so ein bißchen futuristisch angehaucht seid, kann ich ihn Euch absolut empfehlen. Künstliche Intelligenz wird sich immer weiter entwickeln, obwohl es viele Leute gibt die sich dagegen stemmen. Ob das ein Segen oder der Untergang der Menschheit sein wird, lässt sich noch nicht erahnen. Doch EX MACHINA gibt uns schonmal einen kleinen Vorgeschmack auf eine sehr nahe Zukunft.

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