Review: KIND 44 mit Tom Hardy und Gary Oldman

Review: KIND 44 mit Tom Hardy und Gary Oldman

KIND 44 Review Deutsch Kinostart

KIND 44 spielt während der Nachkriegszeit und handelt von einem russischen Polizisten der versehentlich über eine Mordserie an kleinen Jungen stolpert und rasch merkt, dass aufgrund des von Unterdrückung und Verfolgung dominierten Klima von Stalins Regierungszeit niemand wirklich daran interessiert zu sein scheint, den Täter zu fassen.

Dieser Film mit MAD MAX Darsteller Tom Hardy, Noomi Rapace und Gary Oldman in den Hauptrollen ist wirklich starker Tobak. Nicht nur spielt der Film in einer sehr düsteren Zeit der russischen Geschichte sondern hat auch insgesamt eine eher depremierende & düstere Gesamtstimmung, was mit Sicherheit nicht jedem gefallen wird. Diese düstere Grundstimmung könnte vielleicht auch eine Erklärung für den katastrophal schlechten Kinostart sein, der bisher leider nur einen Bruchteil des Budgets wieder einspielen konnte und somit bereits jetzt als Flop in die Box Office Geschichte des Jahrs 2015 eingehen wird. Unverdient? Nein, eigentlich nicht. Denn obwohl ich eigentlich im Vorfeld so richtig Lust auf den Film gehabt habe, muss ich jetzt im Nachhinein wirklich zugeben dass der überraschende Mißerfolg des Films auch zum Teil auf die fehlende Qualität des Films zurückzuführen ist. Denn obwohl es bei KIND 44 einige positive Elemente zu vermelden gibt, leidet der Film an einer alles überschattenden Langeweile die den Zuschauer  in der ersten Hälfte des Films überfällt und ihn bis zum Abspann fest im Griff hält. Die Hauptdarsteller, allen voran Tom Hardy, sind stark und machen einen absolut souveränen Eindruck, so dass man nach den Gründen für den Misserfolg wohl eher in dem geringen finanziellen Potential des Stoffes suchen muss. Es ist schön Tom Hardy nochmal in einer Hauptrolle zu sehen und insgesamt war ich mit seiner Performance durchaus zufrieden. Sogar den russischen Akzent nimmt man Hardy ab. Leider muss ich aber auch ganz klar sagen dass Tom Hardy manchmal nicht genug Ausstrahlung hat um einen Film in einer Hauptrolle alleine tragen zu können.

Denn obwohl ich Hardy eigentlich wirklich mag und er absolut das Zeug zu einem großen Schauspieler hat, fehlt manchmal einfach das gewisse Etwas das einen guten Schauspieler von einem Hollywood Star unterscheidet. Hardy ist definitiv ein guter Schauspieler und auch in KIND 44 absolut glaubwürdig. Doch leider fehlt ein bißchen das Salz in der Suppe und weder Gary Oldman noch Noomi Rapaces Rollen waren genug um den Zuschauer bei der Stange zu halten. Denn trotz des zweifellos vorhandenen schauspielerischen Potentials der Beteiligten gibt es leider nicht wirklich eine sympathische Figur zu der man einen Bezug aufbauen kann. Denn trotz der Tatsache dass man in Hardy eine sehr positive Figur hat, reicht seine Präsenz nicht aus um als Protagonist den Film tragen zu können und so dümpelt der Film dann vor sich hin ohne den Zuschauer vollends am Schlawitchen zu packen und mitzureißen.
Aber im Großen und Ganzen ist die Schauspielleistung aller beteiligter Darsteller wirklich erste Sahne und absolut nicht der Grund warum KIND 44 letztendlich hinter den hohen Erwartungen zurückbleibt. Insbesondere Noomi Rapace spielt die Rolle der verzweifelten Ehefrau mit so großer Glaubwürdigkeit dass sie Tom Hardy so manches Mal die Show stiehlt.

Die Geschichte ist spannend aber leider nicht spannend genug und so quält man sich als Zuschauer durch den Film, ohne jedoch mit einem starken Finale belohnt zu werden. Regisseur Daniel Espinosa, der vorher bereits mit dem eher mittemäßigen SAFE HOUSE in Erscheinung getreten ist, schafft es auch hier mal wieder nicht vollkommen zu überzeugen. KIND 44 ist okay und hat seine spannenden Momente, doch leider fehlt es einfach an irgendwie an dem, was einen großen Hollywood Hit so ausmacht. Die Handlung ist schwermütig und braucht sehr lange um ins Rollen zu kommen (meiner Meinung nach viel zu lange!). Und obwohl der Spannungsbogen dann gegen Ende hin nochmal deutlich zunimmt, schafft es KIND44 am Ende dann trotzdem nicht den Zuschauer mit dem Finale gnädig zu stimmen. Mit fast zweieinhalb Stunden Laufzeit ist der Film meiner Meinung nach auch deutlich zu lang geraten und hätte hier und da ein paar Schnitte wirklich gut gebrauchen können.

Es handelt sich bei KIND 44  übrigens um die Verfilmung des ersten Teils einer sehr komplexen und vielschichten Bücherserie von Tom Rob Smith, die sich vielleicht auch von vornerein nur sehr begrenzt zur Verfilmung eignet, da man die vielen Nebenstränge einfach nicht alle im Film unterbringen kann ohne die drei Stunden-Marke zu übertreffen.
Ich hatte mich im Vorfeld sehr auf diesen düsteren Politthriller gefreut und bin jetzt ehrlich gesagt ein bißchen enttäuscht und kann eigentlich ganz gut verstehen dass KIND 44 an der Kinokasse brutal gefloppt ist. Mir persönlich hat der Film überhaupt nicht gefallen, obwohl es aus handwerklicher Sicht absolut nichts an dem Thriller auszusetzen gibt. Doch bei mir wollte der Funke so ganz und gar nicht überspringen, weil das Crime Element der Geschichte für meinen Geschmach viel zu sehr in den Hintergrund gerückt wurde. Freunde von tiefgründigen und langatmigen Politik-Thrillern könnten  KIND 44 durchaus einiges abgewinnen. Aber wer wie ich eher auf Pop-Culture und Mainstream Kino steht wird sich mit dem Film sicherlich ein bißchen schwertun. Und obwohl ich Tom Hardy als Schauspieler und Ridley Scott als Produzenten beide sehr schätze, ist der Flop von KIND 44 absolut gerechtfertigt. Denn Große Namen sind leider ein bißchen zu wenig um die Zuschauer in die Lichtspielhäuser zu locken.

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