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Review: WINTER`S BONE (2010)

Review: WINTER`S BONE (2010)

WINTERS BONE Review Deutsch

Hey Leute, hoffe Ihr habt das Wochenende gut verbracht! Mein Tag heute hat damit angefangen, dass mir ein Waschbär in den frühen Morgenstunden die Mülltonne umgekübelt und den ganzen Müll über 10 Quadratmeter verteilt hat. Es sah aus wie nach einem Tornado und meine Nachbarn denken langsam ich würde nachts in der Mülltonne schlafen. Au weia.

Aber dank des Wochenendes hatte ich gestern mal die Möglichkeit endlich einmal WINTER`S BONE aus dem Jahr 2010 anzusehen. In der Hauptrolle zu sehen ist Jennifer Lawrence, die ich ja wegen dem ganzen Hype mit THE HUNGER GAMES eigentlich als Schauspielerin nicht so mag. Doch in WINTER`S BONE war sie durchaus solide und obwohl der Film nicht die Art von Unterhaltung ist die ich bevorzuge, hat er im Nachhinein betrachtet doch ganz gut unterhalten. Es gibt nicht viel Schnickschnack und die Storyline entwickelt sich langsam aber stetig zu einem Ende mit dem am Ende eigentlich nur wenige gerechnet haben. Regie führt Debra Kranik, die 2004 auch den durchaus anständigen DOWN TO THE BONE gemacht hat. Auffällig natürlich dass auch dort im Titel etwas mit dem Wort “Bone” vorkommt.  Doch ist eigentlich nur am Rande interessant.
Absolut erwähnenswert ist jedoch John Hawkes Rolle als Teardrop, was neben Jennifer Lawrence überraschend solider Schauspielerei das Stärkste an dem Backwoods-Drama ist.
Die Handlung dreht sich um ein 17 jähriges Mädchen, dass nach dem Verschwinden ihres in Drogengeschäfte verwickelten Vater vor dem Nichts und dem Verlust des Familienhauses steht. Denn der Vater ist nämlich trotz geleisteter Kautionszahlung plötzlich verschwunden und nirgendwo aufzufinden. Und da das Familienhaus als Bürgschaft hinterlegt wurde, hat “Jay Law” entweder die Möglichkeit den verschollenen Crackbruder irgendwie aufspühren oder aus dem Haus geschmissen zu werden. Soviel zur Handlung.
WINTER`S BONE ist als Film sehr langsam und behäbig und braucht eine Ewigkeit um in Gang zu kommen. Und wenn es dann endlich ein bißchen schneller geht, ist der Film auch schon überraschend bald wieder zu Ende. Das Finale kommt schnell und ohne großen Klimax, weshalb der Gesamteindruck des Filmes ein bißchen wechselhaft ist. Obwohl das Cover & der Titel von WINTER`S BONE eher den Eindruck eines Thrillers erwecken, handelt es sich doch eher um ein sehr langsames Drama.
Wenn man im Vorfeld weiß was einen erwartet ist WINTER`S BONE jedoch eine willkommene Abwechslung im von furiosen CGI überladenen Kino der letzten Jahre. Hier steht ganz klar das Drehbuch im Mittelpunkt. Alles ist düster und in depressiv angehauchte Farben getaucht. Und diese düstere Grundstimmung übertrag sich auch auf den Zuschauer. Wenn dann nach immerhin 100 Minuten den Abspann vor Augen hat, ist man eigentlich nicht gut gelaunt und eher tiefmütig gestimmt. Doch manchmal ist es ja das Ziel eines Films, beim Zuschauer eine Reaktion hervorzurufen. Und das gelingt Regisseurin Granol ausgezeichnet, so dass ich sogar heute Nacht noch von dem Film geträumt habe. Und das passiert mir eigentlich eher selten, wenn ich nicht vorher MARTYRS geschaut habe.

Bei der damaligen Oscar Verleihung war WINTER`S BONE von allen Nominierten Filmen der mit dem niedrigsten Budget. Und das beschreibt sehr gut was für eine Art Film WINTER`S BONE ist. Es ist ein Kammerspiel das den Fokus stark auf die Figuren und Charaktere lenkt, während die Handlung eher nebensächlich abläuft.
Die offensichtliche Stärke ist das Drehbuch, das letzten Endes zwar keinen Oscar gewonnen hat, aber durchweg interessant bleibt, obwohl WINTER`S BONE auch immer mal wieder dazu neigt ein bißchen langatmig zu sein. Alles trägt den Hintergrund-Ton von Backwoods-Hillbilly Crime. Und das ganze dann noch mit einer gehörigen Portion White Trash gepaart undf ich meine das auf keinen Fall abfällig. Der Film führt den Zuschauer in eine Welt von Vollbärtigen & mit Schrotflinten bewaffneten Meth-cooks die so stark nuscheln dass man es manchmal schwer hat, die Dialoge zu verstehen. In eine zwielichtige Halbwelt in der die Gesetze nicht wirklich ernst genommen werden und in der man die Dinge halt selbst in die Hand nimmt. Und am Ende ist man froh, dass man mit so einer Welt nicht viel zu tun hat und wieder in sein geordnetes Leben zurückkehren kann. Der Film ist düster, unheilvoll und trotzdem am Ende irgendwie positiv. WINTER`S BONE war kein Film den ich nocheinmal sehen möchte, doch war er am Ende gut genug um mir unangenehme Backwoods-Träume zu bescheren.

WINTER`S BONE hat Stärken und Schwächen. Die Stärken überwiegen, so dass am Ende ein gutes Drehbuch und zwei absolut solide Hauptdarsteller (J. Lawrence & John Hawkes) den Film irgendwie davor retten zu langatmig zu werden. Nicht dass es keine langweiligen Szenen gab, doch am Ende und im Nachhinein überwiegt der positive Gesamteindruck. Ich war nicht sofort begeistert und musste auch mal eine Nacht drüber schlafen aber am Ende war ich von der Art des Films überrascht, weil ich eigentlich etwas ganz anderes erwartet hätte. Und ehrlich gesagt ist diese Überraschung die man beim ansehen als Zuschauer fühlt etwas das heutzutage eher selten ist. Viele Filme erzählen die ewig gleichen Geschichten. Von Helden und Antihelden. Und nachdem man den Trailer gesehen hat, braucht man den Film auch eigentlich gar nicht mehr anzusehen. Doch WINTER`S BONE ist anders und die Grenzen zwischen Helden und Bösewichten verschwimmen mit vorlaufender Dauer. Charaktere enwtickeln sich vollkommend unerwartet und obwohl ich eigentlich keine Dramas mag, hat WINTER`S BONE es geschafft mich bis zum Schluss zu unterhalten. Und nicht nur dass, denn der Abspann kam so plötzlich dass ich eigentlich noch nicht mit dem Ende gerechnet habe. Und wie sagt man doch so schön; man soll aufhören wenn es am schönsten ist!

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