ROGUE ONE Review Deutsch STAR WARS

ROGUE ONE Review Deutsch STAR WARS

Nach jahrelangem Warten auf den Film ist es endlich an der Zeit für das ROGUE ONE Review. Es ist schon irgendwie verrückt, wie schnell die Zeit vergeht. Ist es tatsächlich schon wieder zwei Jahre her, seit mit THE FORCE AWAKENS (in Deutschland DAS ERWACHEN DER MACHT) der inzwischen siebte Teil der STAR WARS Anthologie erschienen ist? Scheinbar ja, denn mit ROGUE ONE kam jetzt auch der erste STAR WARS Film in die Kinos der nicht direkt Teil der Filmreihe ist, sondern einfach nur im STAR WARS Universum spielt. Seit der Übernahme von Lucasfilm durch den Mediengiganten Disney kommt so richtig Leben in das Franchise, das sich unter George Lucas in einer Art Dornröschenschlaf befunden hat.

ROGUE ONE Review STAR WARS
ROGUE ONE ist sozusagen ein Prequel zum Original STAR WARS: A NEW HOPE und handelt von einer Gruppe Rebellen, die bei einem Himmelsfahrtskommando versuchen sollen die Pläne zum zerstörerischen Todesstern zu stehlen. Denn die übergroße Raumstation ist eine konstante Bedrohung für die Rebellion und das freie Leben im Universum. Die Schauspieler sind zu großen Teilen alles keine bekannten Gesichter aus dem STAR WARS Universum, weshalb man ein bisschen braucht bis man sich mit den Figuren vertraut gemacht hat. Da ist zum Beispiel die junge Frau Jyn Erso (gespielt von Felicity Jones), deren Vater vom Imperium entführt wurde, um den Bau des Todessterns zu leiten. Obwohl Jyn ursprünglich keine Rebellin ist, wird sie durch die Beteiligung ihres Vaters unfreiwillig Teil der Kampfeinheit die von der Rebellion geschickt wird, um die Pläne der Raumstation zu erbeuten und darin nach Schwachstellen zu suchen. Wer das Imperium kennt weiß, dass dies keine einfache Aufgabe werden wird.

ROGUE ONE spaltet momentan ein bisschen die Fangemeinde, denn während der Film von vielen Fans durchaus zu Recht als düsterere Version von STAR WARS gefeiert wird, gibt es viele Kritiker die sich mit negativen Kritiken auf den Film einschießen. Ein Teil der Kritik ist absolut gerechtfertigt, doch in meinen Augen wird dabei deutlich über das Ziel hinausgeschossen. Jedem dürfte klar gewesen sein, dass ROGUE ONE kein Kubricksches Meisterwerk werden würde, doch schafft es MONSTERS Regisseur Gareth Edwards einen jederzeit unterhaltsamen Film zu machen, der auch mit sehr guten Schauspielleistungen und einer Menge Fanservice dienen kann. Ich persönlich hatte mir einen sehr düsteren Film gewünscht, bei dem vor allem auch das Thema Krieg mehr im Vordergrund steht als bei der Anthology Reihe. Das hat Gareth Edwards auf jeden Fall erfolgreich umgesetzt, wobei man jedoch sagen muss dass Disney als Konzern sehr stark in die Endfassung des Films eingegriffen hat und somit zumindest einen Teil der Kritik selbst zu verschulden hat. Ich verstehe es nicht, dass sich Filmkonzerne wie Disney, Fox, oder auch Warner Regisseure verpflichten und ihnen dann nicht das Recht einräumen, den Film auch so zu schneiden wie sie es für richtig halten. Als Beispiel möchte ich da auch mal David Ayer´s SUICIDE SQUAD nennen, dessen Kinofassung von einer Marketingfirma gemacht wurde, weil man David Ayer nicht das Recht gegeben hat die fertige Endfassung selbst zu schneiden. Am Ende war SUICIDE SQUAD zwar kein Flop, aber trotzdem eine inhaltliche Enttäuschung und dieses Problem betrifft inzwischen viele Regisseure in Hollywood. In diesem Fall betrifft es jetzt Gareth Edwards, der ja durchaus ein fähiger Mann ist dem ich den Endschnitt an dem Film durchaus zugetraut hätte. Jedenfalls tauchen jetzt im Nachhinein eine Menge Szenen aus den Trailer auf, die im fertigen Film nicht oder nur teilweise zu sehen sind…und das ärgert mich dann schon ein bisschen. Zum Beispiel gibt es eine alternative Version des Finales in der ein Tie-fighter eine entscheidende Rolle spielt. Im Kino war das alles dann leider nicht zu sehen.
Doch es gibt auch eine Menge positiver Dinge zu bemerken. Die Schauspieler sind gut und geben dem Film trotz der Defizite in Sachen Schnitt die richtige Würze. Felicity Jones in der weiblichen Hauptrolle hat ja als Stephen Hawking´s Ehefrau in THE THEORY OF EVERYTHING (Dt: DIE ENTDECKUNG DER UNENDLICHKEIT) gezeigt dass sie eine fantastische Schauspielerin ist. Und auch in ROGUE ONE macht sie ihre Rolle gut, obwohl die Chemie mit ihren Schauspielkollegen einfach manchmal nicht stimmt. Doch dazu später mehr. Mit HANNIBAL Star MADS MIKKELSEN spielt bei ROGUE ONE auch einer meiner absoluten Lieblingsschauspieler mit, dessen Rolle aber leider ein wenig zu kurz gekommen ist. Alan Tudyk spricht den Droiden K-2SO, der fast alle Szenen stielt in denen er zu sehen ist und der regelmäßig für Lacher sorgt. Der aus IP MAN bekannt gewordene Donnie Yen ist ebenfalls in einer sehr guten Rolle zu sehen (von der ich sehr gerne mehr gesehen hätte) und mit Barry Mendelsohn ist auch noch ein ehemaliger Schurke aus dem GAME OF THRONES cast mit dabei. Forest Whitaker wird jedoch mit einem Kurzauftritt verheizt und die meisten seiner Szenen wurden in der Kinoversion herausgeschnitten. Riz Ahmed war in einer kleineren Nebenrolle auch sehr geil und tat dem Film überraschend gut. Um das zum Vorteil des Films gedient hat lässt sich so nicht feststellen. Ich würde mir aber auf jeden Fall eine Extended Edition wünschen, obwohl man da bei STAR WARS nach George Lucas´Special Editions auch schlechte Erfahrungen damit gemacht hat.

ROGUE ONE bietet beeindruckende Luftschlachten, viele Anspielungen und Innuendos für STAR WARS FANS und eine große Portion Action. Klar gibt es auch Szenen die bei den Fans nicht gut ankamen, wie zum Beispiel der am Computer generierte Peter Cushing, doch mich persönlich hat diese technische Spielerei nicht besonders gestört. Vielmehr deutet sich schon mal eine moralische Diskussion über das digitale Wiederbeleben von verstorbenen Schauspielern an, die in den nächsten Jahren wohl mal irgendwann geführt werden muss. Diese Diskussion hat durchaus ihre Berechtigung, doch waren die Szenen mit Peter Cushing als Admiral Tarkov so kurz dass ich das bei ROGUE ONE einfach nicht als Problem gesehen habe. Bei vielen Fans die Cushings Aussehen nicht von früher kannten ist es auch nicht sonderlich aufgefallen, dass es sich bei dessen Szenen um CGI handelte. Ich bin auf jeden Fall beeindruckt von den technischen Möglichkeiten, sehe es jedoch absolut als moralisches Problem an.

Der größte Kritikpunkt ist für mich ganz klar das Drehbuch. Es fiel mir einfach viel zu schwer, für die Charaktere und Rollen irgendwie Sympathie zu empfinden. Klar könnte man sagen, dass das auch die Schuld der Schauspieler war, da sie nicht in der Lage waren beim Zuschauer genug Emotionen auszulösen, doch das große Problem war meiner Meinung nach das Drehbuch. Die Figuren waren nicht lebensecht genug, die Aktionen der Figuren nicht glaubwürdig und am Ende hat es mich dann auch nicht wirklich interessiert ob die Rebellen das jetzt überleben oder nicht. Für mich persönlich war Darth Vader sowieso das Beste am ganzen Film und angesichts dessen möchte ich schon fast dem Imperium die Daumen drücken. Es lag ganz einfach daran, dass man die Aktionen der Figuren auf emotionaler Basis zu wenig nachvollziehen konnte.

Die Kameraführung und Cinematography von Greig Fraser (FOXCATCHER, ZERO DARK THIRTHY) fand ich stellenweise hervorragend. Der Soundtrack von Michael Giacchino hingegen empfand ich persönlich als ein bisschen dünn. ROGUE ONE war der erste Film aus dem STAR WARS Universum bei dem Kult-Composer John Williams nicht den Soundtrack gemacht hat und man merkt es dem Film leider auch an. Der Soundtrack ist nicht schlecht, es fehlt beim ROGUE ONE Soundtrack jedoch an einem ähnlich markanten Titeltrack wie bei der Anthology Reihe. Aber man kann bekanntlich nicht alles haben.

Ob es sich bei ROGUE ONE jetzt um einen absoluten Knaller oder eine Enttäuschung handelt kann man also nicht so einfach beantworten. Viele STAR WARS Fans werden den Film sicherlich lieben und mir persönlich hat ROGUE ONE auch sehr gut gefallen. Das heißt jedoch nicht, dass da nicht noch deutlich Raum nach oben gewesen wäre. Was man sagen kann ist, dass durch die Geschichte von ROGUE ONE die erste Trilogie deutlich an Qualität gewinnt. Hier handelt es sich um einen der seltenen Momente in dem ein Prequel durchaus eine Daseinsberechtigung hat und auch erfolgreich dazu beiträgt die Handlung und den Übergang zu A NEW HOPE zu erleichtern. Ich hatte nach ROGUE ONE sofort nochmal Lust den ersten STAR WARS Film zu schauen und das obwohl ich den Streifen bestimmt schon hundert mal gesehen habe.
Gareth Edwards schafft es sehr gut, alle Elemente des Films zu einem sehr anständigen Gesamtwerk zusammenzufassen, weshalb mein ROGUE ONE Review durchaus positiv ausfällt. Alle Schrauben und Zahnräder sind am richtigen Platz, so dass ROGUE ONE trotz klarer Schwächen in meinen Augen ein verdientes und würdiges Prequel zum ersten STAR WARS Film ist. Für mich ist ROGUE ONE nach EMPIRE STRIKES BACK, A NEW HOPE und THE FORCE AWAKENS einer meiner Lieblingsfilme im ganzen Franchise. Außerdem ging es für Disney bei dem Film auch darum, das STAR WARS Franchise für andere Filmproduktionen (die kein Teil der klassischen Reihe sind) zu öffnen…und das war auf jeden Fall erfolgreich.
Als Fazit für mein ROGUE ONE Review steht für mich fest dass der Film absolut empfehlenswert ist, es jedoch trotzdem den einen oder anderen Kritikpunkt gibt. Ich hoffe jedenfalls dass man sich bei STAR WARS für den Inhalt des nächsten Films etwas ausdenkt, das nichts mit irgendwelchen Todessternen zu tun hat…den davon hat man als Zuschauer erstmal genug.

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