TERMINATOR : GENISYS Review Deutsch

TERMINATOR : GENISYS Review Deutsch

TERMINATOR GENISYS Review Deutsch

Ich bin ein TERMINATOR Fan der ersten Stunde. Und das ganze nahm seinen Anfang, als ich als Teenager zu Besuch bei meinem Onkel und meiner Tante auf dem Land war. Immer wenn meine Eltern etwas geplant hatten, durfte ich dann ein Wochenende in einem kleinen Kaff mit ca. 800 Einwohnern verbringen. Doch meine Verwandten waren streng gläubig und jeden Sonntag morgen musste ich dann mit meinem Onkel in die Kirche, wofür sich meine Begeisterung so manches Mal eher in Grenzen hielt. Aber das wurde glücklicherweise wieder dadurch ausgeglichen, dass er mir bereits früh Zugang zu allen möglichen Horror- und Actionfilmen gewährt hat, was für die damalige Zeit eher ungewöhnlich war. Und da ich von dieser neuen Filmwelt wie eine Motte vom Licht magisch angezogen wurde, gab es für mich nichts Schöneres als mir alle möglichen Kultfilme abends auf dem VHS Videorekorder anzusehen. Und TERMINATOR war einer der ersten Filme, die ich damals schauen durfte. Und was soll ich sagen; von diesem Moment an war meine Welt nicht mehr die Gleiche! Zwar verbrachte ich die nächsten Wochen zunächst damit nachts wach zu liegen, aus Angst ein Killerroboter aus der Zukunft käme die Treppe hoch um mich zu terminieren. Doch gleichzeitig wurde dadurch auch der Grundstein für eine inzwischen fast 30-jährige Liebe zum Film gelegt, die bis heute hin anhält.

Und jetzt mache ich schnell einen weiten Bogen, um zurück auf das TERMINATOR Thema zu kommen. Während TERMINATOR 1 und TERMINATOR 2 Klassiker des Actionkinos waren, die geholfen haben das Genre neu zu definieren, war TERMINATOR 3 eine große Enttäuschung, die beim Versuch aus dem Thema eine Actionkomödie zu machen gnadenlos gescheitert ist. Im Vergleich zu jenem dritten Teil war der darauf folgende TERMINATOR 4 aka TERMINATOR:SALVATION ein Meisterstück, obwohl auch dieser Teil von den Fans und Kritikern gescholten und mit negativer Kritik nahezu übergossen wurde. Zu Unrecht wie ich finde, denn der Neuansatz mit Christian Bale als John Connor war zwar nicht perfekt, jedoch in meinen Augen ein Schritt in eine richtige Richtung. Eigentlich hatte Christian Bale angeblich bereits für zwei weitere Filme unterschrieben. Doch als bekannt wurde dass Arnold Schwarzenegger Interesse daran hätte seine Paraderolle wieder aufzunehmen, ist das Ganze dann im Sande verlaufen. Was genau hinter den Kulissen abgelaufen ist weiß niemand, doch ich fand es ein bißchen schade, dass man jetzt mit dem fünften Teil wieder eine komplett andere Richtung eingeschlagen hat.

Jedenfalls hatte TERMINATOR:GENISYS bereits von Anfang an mit Problemen zu kämpfen. Die Tatsache dass der Film in den USA auf ein PG-RATING (Amerikanische Jugendfreigabe) abzielte, setzte schon gleich zu Beginn das Zeichen, dass man bei Paramount nicht wirklich aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt zu haben schien. Denn es gibt einfach Franchises, die ohne notwendige Gewalt einfach nicht funktionieren.
Und obwohl ein Großteil der Befürchtungen bezüglich GENISYS unbegründet waren, ist der Film trotzdem meilenweit von dem Potential entfernt, das er hätte erreichen können. Das Marketing bei TERMINATOR:GENISYS war eine Katastrophe, das sich in den letzten Wochen vor allem dadurch in Szene gesetzt hat, einige sehr wichtige Spoiler im Pressematerial verraten zu haben. Sogar Regisseur Alan Taylor hatte das Vorgehen der eigenen Marketingagentur kurz vor dem Kinostart in den USA kritisiert. Und wenn ein Regisseur bei seinem eigenen Film nicht entscheiden darf, welche Inhalte aus dem Film auf das Kinoposter kommen, dann braucht man sich auch echt nicht zu wundern wenn es am Ende nicht einwandfrei läuft.
Doch Alan Taylors Regie war wirklich noch das kleinste Problem, denn Taylor ist ein anständiger Regisseur, weshalb GENISYS um Längen besser als die beiden Vorgänger ist.
Das größte Problem des Films ist das schwächelnde Drehbuch, das ständig zwischen verschiedenen Realitäten und Zeitzonen hin und her wechselt, so dass man als Zuschauer am Ende keinen Plan hat was da vorgeht. Die Handlung ist zu komplex und vielschichtig, so dass man als Zuschauer noch irgendwie logisch nachvollziehen kann. Vielleicht mag die Handlung auf dem Papier gut ausgesehen haben; doch funktioniert es einfach auf der Leinwand nicht richtig.
Ein weiteres, großes Problem ist das fehlende Charisma der Hauptdarsteller. Allen voran Jai Courtney, den ich für einen der überbewertesteten und schlechtesten Schauspielern halte, die momentan in Hollywood herumgereicht werden. Wer Zweifel hat, sollte sich vielleicht mal den letzten STIRB LANGSAM Film ansehen, in dem er bereits mit seiner nicht vorhanden Schauspielkunst geglänzt hat. Und wenn man das ganze dann noch mit Michael Biehns großartiger Darstellung von Kyle Reese in TERMINATOR 1+2 vergleicht, dann fragt man sich warum in aller Welt man nicht versucht hat, dem Mann nochmal für die Rolle zu gewinnen. Vielleicht wollte man Biehns Gehaltsvorstellungen nicht erfüllen, doch meiner Meinung nach wäre es das Geld mit Sicherheit wert gewesen. Und selbst mit einer komplett Unbekannten Version von Reese hätte ich mich absolut arrangieren können.
Aber egal was man sich dabei gedacht hat, als man Jai Courtney für die Rolle besetzt hat…es war einfach eine ganz schlechte Idee. Denn Michael Biehns Version von Kyle Reese zeigte einen vom Krieg schwer gezeichneten und gebrochenen Soldaten, der verletzlich und deshalb sehr glaubwürdig ist. Courtney andererseits spielt die Rolle auf die gleiche generische Art und Weise wie er alle seine Rollen spielt. Der grinsende & smarte Sonnyboy der immer einen frechen Spruch auf den Lippen hat während er wild in der Gegend rum schießt und der Song BAD BOYS im Radio läuft. Kein Witz, so eine Szene gibt es wirklich  und das passt einfach nicht in einen TERMINATOR Film.
Ich möchte mich jetzt auch nicht zu sehr auf Courtney einschießen aber ich halte seine Besetzung für eine fatale Fehlentscheidung. Es gibt keinerlei Chemistry zwischen ihm und Emilia Clarke, die genauso wenig die Ausstrahlung von Linda Hamilton aus dem Original erreichen kann. Trotzdem finde ich Emilia Clarke eigentlich in der Rolle ganz okay und kann mit ihrer Besetzung noch am besten leben. Ich mochte sie in GAME OF THRONES und hier zeigt sie eine gänzlich neue Sarah Connor, als die aus den Original TERMINATOR Filmen. Und das ist okay aber ich muss auch ganu klar sagen dass das bei weitem nicht so effektiv und glaubwürdig wirkt wie im Original. Denn obwohl Linda Hamilton inzwischen tief gefallen ist, war sie eigentlich immer eine gute Schauspielerin. Emilia Clarke hat ein paar schlimme Szenen, doch damit kann man leben.
Jason Clarke als John Connor ist jedoch ebenfalls eine grobe Fehlbesetzung. Er schafft es überhaupt nicht der Rolle in irgend einer Weise einen Stempel aufzudrücken. Der Mann mag als Schauspieler seine Stärken haben und hat auch ganz gut in DAWN OF THE PLANET OF THE APES gepasst aber er hat einfach nicht genug Ausstrahlung für die Rolle des John Connor. Er kann Christian Bale nichtmal annähernd das Wasser reichen und auch hier hätte ich eher einen gänzlich unbekannten Schauspieler genommen als ihn.

Arnold Schwarzenegger ist als in die Jahre gekommener T-800 eigentlich überraschend gut und bei weitem nicht so schlimm wie noch im dritten TERMNATOR Teil. Zwar hat er ein paar peinliche Lines, was aber eher dem schlechten Drehbuch anstatt Arnolds Schauspielkunst geschuldet ist. Der Grund für Arnolds Rückkehr ist durchaus gut gelöst und obwohl ich Anfangs auch da große Bedenken hatte, passt er wirklich in den Film.
J.K. Simmons war für mich eine der interessantesten Schauspieler die bei dem Projekt mit dabei sind, weil mir seine (mit dem Oscar ausgezeichnete) Perforance in WHIPLASH wirklich gut gefallen hat und ich wirklich große Erwartungen an seinen Part als “Guten Cop” geknüpft hatte. Doch Simmons ist eine absolute Verschwendung und spielt einen sehr generischen Part, den man genauso gut mit jemand Anderem hätte besetzen können. Was für eine Verschwendung eines tollen Schauspielers!

Die Computer Effekte sind ausgezeichnet, der Soundtrack stimmt und auch die Actionszenen sind deutlich besser als bei TERMINATOR 3. Man sieht vor allem am Anfang ein paar sehr geile Flashbacks aus der Zukunft, in denen die Terminator gegen die Menschen kämpfen. Und das zählte für mich zu den stärksten Szenen des ganzen Films. TERMINATOR:GENISYS hatte einige starke Momente und glücklicherweise ist der Film ein bißchen besser als man erwartet hätte. Die Szenen die man bereits aus den vorherigen Filmen kannte, werden hier auf sehr originelle Art und Weise neu interpretiert, was immer  mal wieder zu beeindruckenden Momenten führt. Es ist einfach schön diese Szenen aus TERMINATOR 1 und TERMINATOR 2:TAG DER ABRECHNUNG nochmal neu zu sehen. Der T-1000 ist wie immer sehr furchteinflößend, wobei der T3000 eher enttäuschend war und eigentlich nicht wirklich beängstigend auf mich gewirkt hat.
Der Film startet absolut stark und in der ersten halben Stunde war ich wirklich begeistert. Doch von dem Moment an, als die Handlung durch die verworrene Zeitreisethematik total durchgenudelt wird, geht es leider ein bißchen abwärts. Das macht GENISYS nicht unbedingt zu einem schlechten Film und gemessen an den beiden Vorgängern ist dieser fünfte Teil der stärkste Film der Dreien. Wenn man keine große Erwartungen mit dem Film verknüpft wird man mit Sicherheit nicht enttäuscht und kann sich bei GENISYS wahrscheinlich auch sehr gut amüsieren. Das große Manko des Films sind die Schauspieler, das PG-rating und das manchmal einfach zu komplexe Drebuch. Zeitreisen sind kein einfaches Thema und sobald man verschiedene Realitäten nebeneinander hat, schaltet mein Gehirn automatisch in den Energiesparmodus.

Eigentlich sollte ich vielleicht ein bißchen enttäuscht sein, doch da ich Schlimmeres erwartet hatte, bin ich vom fertigen Film jetzt doch noch ein bißchen positiv überrascht. Ich möchte aber auch nochmal darauf hinweisen dass es mich wahnsinnig macht, dass Studios immer wieder dieselben Fehler machen müssen ohne wirklich daraus zu lernen. Im Vorfeld von GENISYS hatte ich das Gefühl, dass man zwanghaft versucht, den Film in allen möglichen Belangen zu torpedieren damit am Ende bloß kein guter Film dabei heraus kommt. Warum muss es immer Jai Courtney sein, obwohl er schon längst bewiesen hat, dass er nicht das Zeug dazu hat einen Film zu tragen? Warum muss es PG-13 sein, obwohl der grässliche Flop von STIRB LANGSAM 5 gezeigt hat, dass man solche Filme einfach nicht ohne Gewalt drehen kann? Warum nicht Christian Bale als John Connor? Das sind so Fragen die mir den ganzen Tag so durch den Kopf gehen und für die ich am Ende einfach keine Antwort habe. Am meisten tut mir es für Regisseur Alan Taylor leid, der hier aus dem Material wirklich das Maximum herausgeholt hat. Taylor hatte in der Vergangenheit ja schon THOR:THE DARK WORLD gedreht und zieht GENISYS auch ein bißchen wie einen Marvel Film auf.

Die Regie war stark und wenn Ihr mich fragt, konnte Taylor noch am allerwenigsten Etwas für die Schwächen, die jetzt bei GENISYS ein bißchen den positiven Eindruck schmälern. Doch insgesamt ist der Film bei weitem nicht so schlecht, wie man befürchtet hätte und ich kann jedem nur empfehlen, den Film im Kino zu sehen sobald er am 9. Juli 2015 dann auch in Deutschland angelaufen ist. In den USA hat TERMINATOR GENISYS einen akzeptablen aber keinesfalls großartigen Start gehabt und man darf hoffen dass der Film sein Budget von ca. 150 Millionen Dollar irgendwie wieder einspielen wird. Denn trotz großer Schwächen könnte man aus dem Franchise wirklich noch ein paar gute Filme machen und der Film hat es keinesfalls verdient gnadenlos zu floppen. GENISYS ist bei weitem nicht so schlecht wie manche Medien ihn hinstellen und als Fan der Reihe hat man ja inzwischen gelernt seine Ansprüche herab zu schrauben. Die großen Mängel sind vor allem der schlechten Besetzung geschuldet, doch im Großen und Ganzen verlässt man das Kino trotzdem als zufriedener Fan. Ich mag Alan Taylors Version von TERMINATOR und ich bin sicher der Mann hätte mit ein bißchen mehr künstlerischer Freiheit noch mehr aus dem Stoff herausgeholt. Ich hoffe nur, dass diesmal endlich die Botschaft ankommt, dass PG-13 und Jai Courtney und TERMINATOR nicht zusammen passen. Denn egal was die Medien von GENISYS halten; was das am Ende in der Kinokasse eingenommen wird ist das Einzige worauf es in Hollywood ankommt.

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